Stadtpräsidium Aarau
Webseitenklau: Häfliger wiegelt ab, Pfisterer ist alles andere als genervt

Lukas Pfisterer wirft seinem Konkurrenten vor, Teile des Layouts seiner Website kopiert zu haben. Häfliger sagt, er sei selber überrascht gewesen und er habe sich geärgert, als er die Seite gesehen habe, die sein Webmaster für ihn entwarf.

Pirmin Kramer
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Martin Häfligers Homepage glich der Website von Lukas Pfisterer

Martin Häfligers Homepage glich der Website von Lukas Pfisterer

AZ

Als FDP-Stadtpräsidiumskandidat Lukas Pfisterer Mitte letzter Woche die Website seines parteilosen Konkurrenten Martin Häfliger besuchte, traute er seinen Augen kaum: «Ich dachte zuerst, ich sei auf meiner eigenen Seite gelandet.» Denn das Layout von Häfligers Seite war fast identisch mit seiner eigenen: Gross abgebildet ein Foto des Kandidaten, darunter ein Slogan, links daneben ein Zitat. «Besonders frappant war die Übereinstimmung bei der Navigation», sagt Pfisterer.

Über beide Kandidaten konnte man mehr erfahren unter den Stichwörtern «Meine Stadt, meine Ziele, meine Erfahrung.» FDP-Kandidat Pfisterer nahm Rücksprache mit seinem Webmaster. Der Quelltext sei kopiert und für die Seite von Häfliger verwendet worden, teilte ihm der Webmaster mit. «Die Website wurde extra für mich entworfen, es ist keine Standardseite», erklärt Pfisterer. Es handle sich um eine Urheberrechtsverletzung, er plane aber keine rechtlichen Schritte. Das Urheberrecht liege beim Webmaster, und dieser habe am Freitag sofort interveniert. «Ich fasse es als Kompliment auf dass Martin Häfliger meine Website kopiert hat. Offenbar fand er sie gut.»

Häfliger hat seine Wahlkampf-Seite inzwischen angepasst. «Ich habe dem Webmaster den Auftrag gegeben, eine Seite zu entwerfen. Ich war selber überrascht und habe mich geärgert, als ich merkte, wie ähnlich Pfisterers Seite und meine Seite aussahen», sagt er. Das Gerüst, der Aufbau der Seite war in der Tat fast derselbe.» Diese Seite sei nur zwei oder drei Tage lang aufgeschaltet gewesen, er habe sofort eine Änderung in Auftrag gegeben. «Nun unterscheiden sich unsere Websites nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Layout her.»

Bei so einem kleinen Budget, wie er es habe, könne nicht alles perfekt laufen, sagt Häfliger. Er bezahle seinen Wahlkampf aus eigener Tasche, ihm stehe ein Budget von rund 5000 bis 7000 Franken zur Verfügung.

Inhaltlich würden er und Lukas Pfisterer aber tatsächlich sehr ähnliche Werte vertreten, sagt Häfliger: Aaraus Politik soll liberal und freiheitlich sein. «Wenn die Aarauer einen Verwaltungsprofi wählen wollen, dann sollten sie aber mir die Stimme geben.»

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