«Ein echter Insider auf diesem Gebiet ist der 35-jährige Peter Rupp.» So berichtete die «Touristik Revue» 1986 über die Eröffnung der «BIKU Reisen», der ersten Sprachreiseagentur in Aarau. Gemeinsam mit Ehefrau Susi hat Peter Rupp vor 30 Jahren das Unternehmen gegründet. Anlässlich des Jubiläums ziehen sich die beiden nun in den Ruhestand zurück und erinnern sich an die Anfänge in der Waschküche ihres Einfamilienhauses.

Waschmaschine raus, Pult rein

Peter und Susi Rupp lernten sich in der Alten Kantonsschule Aarau kennen. Nach der Kanti absolvierte Susi einen Sprachaufenthalt in Oxford. Als sie zurück in der Schweiz war, tat Peter es ihr auf ihre Empfehlung hin gleich – und blieb gleich acht Jahre lang in der berühmten englischen Universitätsstadt, wo er für diverse Sprachschulen arbeitete. 1985 wurde aus den Schulfreunden ein Paar. «So machte es keinen Sinn, dass ich weiter in Oxford blieb», erzählt Peter Rupp.

In der Schweiz gab es zu dieser Zeit noch kaum Sprachschulagenturen. Also gründeten Peter und Susi Rupp im September 1985 die «BIKU Reisen». «BIKU» steht für Bildung und Kultur. Später benannten sie die Firma in «BIKU Languages AG» um. Am ersten Montag im Jahr 1986, dem 6. Januar, ging es los. «Zu Hause im Keller räumten wir die Waschküche aus. Waschmaschine raus und zwei Pulte mit Telefon rein», erzählt Susi Rupp. Bis spät am Abend wurde gearbeitet. «Erst als die Kinder im Bett waren, konnte ich bei der Arbeit helfen. So erhielten unsere Kunden auch noch spätabends Anrufe von uns, dies wurde aber goutiert», erinnert sich Susi Rupp.

Fast Pioniere

Durch die Kontakte in England, die Peter Rupp noch aus seiner Zeit in Oxford hatte, konnte das Unternehmen bald Sprachreisen ins Königreich vermitteln. Zu dieser Zeit wurden Sprachaufenthalte grossteils via Mund-zu-Mund-Propaganda weiterempfohlen. So war die Konkurrenz für BIKU anfangs sehr klein. In der Schweiz existierten 1986 neben «BIKU Reisen» lediglich einige wenige vergleichbare Vermittlungsfirmen.

Das Ehepaar hatte sich anfangs einen Business-Plan erstellt. Dieser besagte den Abbruch des Projekts nach fünf Jahren, falls bis dahin kein langfristiger Erfolg in Aussicht sein sollte. Doch das Unternehmen wuchs an Grossaufträgen. 1989, nach nur drei Jahren, machte eine Angestellte das zweiköpfige Team zu einem dreiköpfigen. «Das Büro im Keller des Einfamilienhauses war nicht mehr adäquat für Kunden, die wir vor Ort berieten. Unseren Kindern mussten wir verbieten, auf der Kellertreppe zu spielen», erinnert sich Susi Rupp. Im selben Jahr zügelten Susi und Peter Rupp ihr Büro an die Milchgasse. Später zogen sie weiter an die Vordere Vorstadt. Im Laufe der nächsten Jahre wurde das Angebot sukzessive erweitert. Heute pflegt BIKU eine enge Zusammenarbeit mit mehreren Mittel- und Berufsschulen.

Qualität statt Quantität

Bei solchem Pioniergeist und der steilen Erfolgskurve drängt sich eine Frage auf: Wieso agiert das Unternehmen noch immer aus einem überschaubaren Büro im Aarauer Zentrum?

Peter Rupp erklärt: «Wir wollten immer ein Kleinunternehmen bleiben und uns nicht in etlichen Filialen verzetteln.» So garantiert Rupp, dass jeder beratende Angestellte alle angebotenen Sprachschulen besucht hat. «Unsere Mitarbeiter kennen nicht nur die Schule, sondern auch deren Umfeld persönlich.»

Die neue Generation rückt auf

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Firma werden Susi und Peter Rupp in den wohlverdienten Ruhestand entlassen. Tochter Nicole, die 2008 dazu gestossen ist, wird das Geschäft mit den vier Mitarbeitern endgültig übernehmen.

Susi Rupp freut sich darauf, in Zukunft nicht mehr so verplant zu sein und spontaner zu leben. «Wir werden aber im Verwaltungsrat der ‹BIKU Languages AG› bleiben», stellt Peter Rupp klar. Bald gönnt sich das Gründerpaar Ferien in Tirol, um 30 erlebnisreiche Jahre zu verarbeiten.