Als die HRS kurz vor Weihnachten ihre neuen Vorstellungen für eine Fussballarena mit vier Hochhäusern auf dem Aarauer Torfeld präsentierte, fiel etwas auf: Obwohl es perfekt in den Perimeter passen würde, ist das ehemalige Sprecher + Schuh- und heutige Rockwell-Parkhaus an der Florastrasse nicht Teil des Gesamtprojektes.

Gemäss den ursprünglichen Plänen wäre das Stadion direkt an das Parkhaus herangebaut worden. Das ist jetzt nicht mehr der Fall, weil die Schüssel leicht verschoben realisiert werden soll.

Eigentlich würde es Sinn machen, das alte Parkhaus abzubrechen, seine Abstellplätze in den Untergrund zu verlegen (es sind ohnehin 700 neue Parkplätze geplant) und zwischen den beiden westlichen Türmen eine zusätzliche Grünfläche zu schaffen – analog dem projektierten Florapark entlang der Florastrasse (auf der Südseite des Stadions). Architekt Patrick Gmür gab am 21. Dezember zu verstehen, dass so etwas wünschbar wäre – und auch später noch realisiert werden könnte.

Klar ist: Im Gegensatz zum übrigen Stadion/Hochhaus-Areal befindet sich das alte Parkhaus nicht im Besitz der HRS, sondern der Mobimo, der Aeschbachareal-Entwicklerin. Letztere ist zwar in die Torfeld-Planung involviert, hat ihr Parkhaus bisher aber nicht hineingegeben.

Spekulation ist: Die Mobimo behält das Parkhaus als Pfand, weil sie als Nachbarin (Aeschbachareal) von den Torfeld-Plänen (allfälligem Schattenwurf der Hochhäuser) tangiert ist.

Das alte Parkhaus hatte im Streit zwischen dem hartnäckigen Einsprecher und der HRS stets eine wichtige Rolle gespielt. Deshalb fiel es im Februar letzten Jahres auch auf, als dort plötzlich Bauprofile standen. Die Mobimo plante, das in die Jahre gekommene Gebäude abzubrechen. Für 5,5 Millionen Franken sollten knapp 250 neue Parkplätze entstehen. Etwa so viele, wie es heute gibt.

Im März 2017 wurde dann bekannt, dass die Mobimo die Baueingabe formell zurückgezogen hat. Und es hiess: «Wir reichen die Eingabe in einigen Wochen wieder ein.»

Passiert ist das seither nicht. Das Parkhaus war aber Thema in der Mitwirkungseingabe der FDP zur Teilrevision der Bau- und Nutzungsplanung Torfeld Süd. Die Partei regte an, unter den (damals noch drei) Hochhäusern ein Parkhaus zu errichten – als Ersatz für das sanierungsbedürftige Parkhaus.

Als dann im September bekannt wurde, dass die Rockwell ihren Produktionsstandort Aarau aufgeben will, tauchte die Frage auf, ob die Parkplätze des alten Parkhauses in dieser Anzahl überhaupt noch nötig sind.

Klar ist nur etwas: In der Stadionfrage glühen die Drähte zwischen der Task-Force des neuen Stadtrates und der HRS. Für diese Woche war ein zweites Gespräch geplant. Über Resultate ist nichts bekannt. (uhg)