Küttigen

Was der Gemeinderat mit dem Dorf vorhat

Gemeinde Küttig   en im Januar 2018

Gemeinde Küttig en im Januar 2018

Eine neue Turnhalle, sanierte Bushaltestellen, ein Gemeindehaus-Umbau und mehr Engagement in der Quartierentwicklung sind geplant.

Der Küttiger Gemeinderat hat in der Halbzeit der laufenden Legislatur eine Bilanz gezogen und überprüft, was er in den ersten zwei Jahren erreichen konnte. Dabei stellt er sich selber ein gutes Zeugnis aus: «Insgesamt stellt der Gemeinderat erfreut fest, dass verschiedene Ziele bereits erreicht sind und dass Projekte, welche zur Zielerreichung beitragen, initiiert wurden und gut unterwegs sind», heisst es in der Medienmitteilung. Angesprochen wird unter anderem die Schaffung einer Fach- und Informationsstelle Alter sowie die Aufstockung der Jugendarbeit, aber auch der unmittelbar bevorstehende Bau der neuen Garderobe auf dem Ritzer. Auch finanziell stehe die Gemeinde trotz hoher Investitionen auf guten Füssen.

Ein wichtiges Thema ist die Schulraumplanung. Hierzu sagt Ammann Tobias Leuthard auf Anfrage der «AZ», man habe einen Grundsatzentscheid fällen können: «Die bestehende Doppelturnhalle auf Stock wird abgebrochen. An ihrer Stelle ist ein Ersatzneubau vorgesehen. Dieser soll neben der Turnhalle auch Räume für die Musikschule haben sowie eine Aula oder einen Saal für Aufführungen.» Der Planer-Wettbewerb starte wohl noch dieses Jahr. Leuthard rechnet mit einem Realisierungshorizont von fünf Jahren.

Weitere Fragen in Sachen Schule sind noch ungeklärt: Etwa, ob die Kindergarten Rain und Stockfeld zentralisiert werden – und wenn ja, wo. «Es läuft auch ein Projekt für die Weiterentwicklung der Tagesstrukturen», so Leuthard. Geprüft wird unter anderem, ob eine Tagesschule eingeführt werden soll.

Sanierung Staffeleggstrasse steht bevor

Was den Strassenbau angeht, so laufen von Seiten Kanton immer noch Verhandlungen für die Sanierung und den Ausbau des Knoten Rombacherhof (Bibersteinerstrasse / Abzweigung Neue Stockstrasse). «Wir haben diesbezüglich seit Monaten nichts mehr Konkretes gehört», sagt Leuthard dazu. Vorwärts geht es bei zwei anderen Projekten: Der Kredit für die Sanierung der Staffeleggstrasse – auch hier ist der Kanton federführend – kommt an die diesjährige Winter- oder die Sommergmeind 2021. Die Gemeinde hat dabei ein durchgehendes Trottoir auf der Südseite eingebracht.

Der Gemeinderat hat überdies einen Projektentwurf für die Gesamtsanierung der Brandackerstrasse auf dem Tisch. Diese soll unter anderem verstärkte Strassenrandabschlüsse erhalten. Die Verbindungsstrasse Richtung Gehren ist seit Jahren ein Politikum, eine angedachte Umgestaltung vor einigen Jahren wurde von der Bevölkerung schon im frühen Stadium stark kritisiert. Der Gemeinderat wollte hier Ende 2019 Tempo 50 ausserorts durchsetzen. Es gab Einsprachen, die Verhandlungen laufen noch.

Ebenfalls in der Projektphase ist der Umbau diverser Bushaltestellen. Diese müssen wegen des Behindertengleichstellungsgesetzes angepasst wer- den. Das sei an einigen Orten technisch schwierig, da nicht genügend Platz vorhanden ist, sagt Leuthard. «An mehreren Bushaltestellen, etwa auf Stock bergwärts, wird es künftig wohl keine Busbuchten mehr geben, sondern einen Fahrbahn-Halt.»

Gemeindehaus muss saniert und umgebaut werden

Auch kündigt der Gemeinderat in seiner Mitteilung an, dass im Zusammenhang mit der durchgeführten Verwaltungsanalyse Änderungen in der Gemeindeverwaltung vorgenommen werden, die «infrastrukturelle Konsequenzen» mit sich bringen. Tobias Leuthard erklärt: «Das Gemeindehaus muss saniert und umgebaut werden. Seit 20 Jahren wurde hier nicht mehr viel gemacht. Unter anderem funktioniert die Lüftung nicht richtig, der Lift ist veraltet. Auslöser dieser Innensanierung ist aber, dass die Kanzlei und das Personenmeldeamt als Konsequenz aus der Verwaltungsanalyse zusammengeführt und ins Parterre gezügelt werden sollen.»

Die Verwaltungsanalyse hatte auch Defizite in der Organisationsstruktur der Bauverwaltung bestätigt, über die so mancher Küttiger Bauherr ge- schimpft hatte. Derzeit wird die Bauverwaltung interimistisch von einer externen Firma geführt. Im Sommer soll wieder fix besetzt werden, so Tobias Leuthard. Fortführen will der Gemeinderat den bereits in den letzten zwei Jahren intensivierten Kontakt mit der Bevölkerung. So wird das neue Energie-Leitbild in einem mehrstufigen Mitwirkungsverfahren überarbeitet.

Inputs, die die Bevölkerung auch an den Infoanlässen geäussert habe, nehme man auf, so Leuthard. Es bestünden beispielsweise Unsicherheiten bezüglich der starken Bautätigkeit in Rombach und die Auswirkungen aufs Quartier wie aufs Dorf. «Man fragt sich zum Beispiel, wie die Versorgung der Einwohner sichergestellt wird», sagt der Ammann. «Auf der einen Seite wächst Küttigen, auf der anderen Seite hat kürzlich die Bäckerei zu gemacht. Der Gemeinderat verfügt über verschiedene Planungs- und Steuerungsinstrumente, muss sich aber sicher noch vermehrt mit dieser Frage auseinandersetzen und in den kommenden Jahren aktiver werden in Sachen Quartierentwicklung.»

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