Biberstein
Was der Gemeinde am Herzen liegt, kostet auch etwas

Die Gemeinde Biberstein will sich mit 1,2 Millionen Franken am Kauf der «Juraweid» beteiligen, die Turnhalle für insgesamt gut 4 Millionen sanieren und den Laden der Stiftung Schloss Biberstein mit jährlich 20000 Franken unterstützen.

Hubert Keller
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Die Gemeinde verkauft die Liegenschaft links an die Stiftung Schloss Biberstein. Diese richtet darin Ateliers ein und erweitert das Ladenangebot.

Die Gemeinde verkauft die Liegenschaft links an die Stiftung Schloss Biberstein. Diese richtet darin Ateliers ein und erweitert das Ladenangebot.

Chris Iseli

2,5 Millionen für die Sanierung der Turnhalle, der Verkauf einer Liegenschaft an die Stiftung Schloss Biberstein für 650'000 Franken, das Miteigentum an der «Juraweid» zu einem Drittel oder 1,2 Mio. Franken und die Erhöhung des Steuerfusses um 4 auf 92 Prozent – die Geschäfte, über welche die Gemeindeversammlung am Freitagabend befand, hatten es auch in emotionaler Hinsicht in sich. Das zeigte sich auch in der Beteiligung, nahmen doch von den 1135 Stimmberechtigten nicht weniger als 205 teil. «Ein neuer Rekord», wie Gemeindeammann Peter Frei konstatierte.

Turnverein setzt sich durch

Am meisten zu reden gab die Sanierung der Turnhalle. An der Informationsveranstaltung am 10. November hatte der Gemeinderat den Auftrag kassiert, über die beantragte Sanierung der Turnhalle hinaus Möglichkeiten zu prüfen, wie die prekären Platzverhältnisse verbessert werden könnten. Und so präsentierte der Gemeinderat zwei Ausbauvarianten, die eine für 600'000, die andere für 920'000 Franken. Der Turnverein setzte sich mit seinem Antrag durch: Der vom Gemeinderat beantragte Zusatzkredit von 1,9 Millionen wird um 600'000 Franken aufgestockt.

Bereits im Februar 2013 war für die Turnhalle ein Kredit von 1,5 Mio. bewilligt worden, der aber nicht ausreicht, weil die Statik das sanierte Dach nicht trägt. Insgesamt kostet die Sanierung der Turnhalle somit gut 4 Millionen.

Angebot für «Juraweid»

Mit 1,2 Millionen Franken beteiligt sich die Gemeinde am Kauf der «Juraweid» mit Bauernbetrieb und Gasthof. Zwei Drittel übernimmt Pro Natura. Der Kanton will nämlich die «Juraweid» im Frühjahr verkaufen. Bis zum 9. Januar können Kaufangebote eingereicht werden, danach wird der Regierungsrat entscheiden, wer den Zuschlag erhält.

Eine emotionale Angelegenheit war auch der Verkauf der Liegenschaft Dorfstrasse 10. Nicht, weil die Bibersteiner an diesem Haus besonders hängen würden, sondern weil sie die Stiftung Schloss Biberstein bekommen soll. Die Stiftung will darin dringend nötige Atelierplätze und Lagerräume einrichten. Nachdem die Bäckerei von Grund auf saniert worden ist, möchte die Stiftung auch das Angebot im Schlossladen erweitern und die Öffnungszeiten verlängern. «Das Brot ist fein und die Bedienung einmalig», sagte ein Votant und sprach damit den Versammlungsteilnehmern aus der Seele. Diese beschlossen denn auch einen jährlichen Zustupf von 20'000 Franken, vorläufig befristet auf 5 Jahre, mit 190 zu 0 Stimmen. «Es ist der einzige Laden im Dorf und er ist uns wichtig», sagte Gemeindeammann Frei.

Keine Chance hatte der Antrag, den Steuerfuss auf 88 Prozent zu belassen. Der Gemeinderat setzte sich durch, der Steuerfuss wird auf 92 Prozent erhöht und ist damit im Bezirk immer noch der tiefste.

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