Mit jedem Tag, der ohne Post aus Lausanne zu Ende geht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Stadion-Abstimmungen nicht am 24. November stattfinden können. Und es bleibt die Ungewissheit, ob es nicht noch zum ganz grossen Scherbenhaufen kommt.

Dies umso mehr, als, je länger je mehr, ein schales Gefühl entsteht, das Bundesgericht könnte den beiden Gruppen von Beschwerdeführern doch noch Recht geben – auch wenn es in beiden Fällen vor den Sommerferien die aufschiebende Wirkung der Beschwerden verneint hat (was als Präjudiz für den späteren Entscheid angesehen werden kann).

Der Scherbenhaufen bestünde darin, dass die Genehmigung der totalrevidierten Aarauer Bau- und Nutzungsordnung (BNO) auf den Stand von Ende August 2018 zurückgeworfen würde. Das würde bedeuten, dass auch die «Teiländerung Nutzungsplanung Torfeld Süd, Stadion 2017» um Monate verzögert würde. Denn diese Teiländerung ist auf der neuen BNO aufgepfropft.

Streitgegenstände sind komplex

Vor Bundesgericht sind zwei Stimmrechtsbeschwerden hängig, in denen es – so betonen es die Beschwerdeführer – um demokratische Rechte geht. Primär, um die Möglichkeit der Ergreifung des Referendums gegen den einwohnerrätlichen BNO-Beschluss vom 27. August 2018. Und um die Frage der Einheit der Materie, weil im Rahmen der parlamentarischen Debatte gewisse Teilrückweisungsanträge gutgeheissen worden sind.

Die Streitgegenstände sind äusserst komplex. Es geht immer wieder auch um die Einhaltung von Fristen. Die Beschwerdeführer haben bisher vor allen Instanzen verloren. Ihr Kreis ist immer kleiner geworden. Im Moment sind es noch vier Männer – alle bekannt als «Torfeld Süd»-Gegner.

Die Spannung ist gross: Der Stadtrat benötigt einen Entscheid aus Lausanne bis Ende September – sonst dürfte der 24. November nicht zu halten sein. (uhg)