Gute Nachricht für alle Deutschen, die in Aarau und Umgebung leben: Der aus Ägypten stammende Azouz Salem sorgt neuerdings mit seinem Marktstand dafür, dass die Deutschen auch hier nicht mehr auf ihr Brot aus dem Heimatland verzichten müssen.

Neu stellt Azous Salem jeden Mittwoch seinen Stand am Aarauer Graben auf und verkauft vom Berliner Brot über den Frankenlaib bis hin zur bayrischen Brezel verschiedene Sorten Brot. Hauptsache, deutsch – Hauptsache, Sauerteigbrot. Von dieser «Germanità» zeugen auch die beiden Deutschlandfahnen, die seinen auffälligen Stand flankieren. «Früh am Mittwochmorgen fahre ich jeweils in eine Grossbäckerei im süddeutschen Allensbach bei Singen und hole das frische Sauerteigbrot ab», sagt Salem.

Sauerteigbrot bleibt länger frisch

Die Kundschaft dankt es ihm. So wie Anke Eberhardt, die Deutsch-Aarauerin, die ursprünglich aus Krefeld bei Düsseldorf stammt: «Wenn ich Gelegenheit habe, deutsches Brot zu essen, dann tue ich das gerne.»

Was findet sie denn so Besonderes daran? «Es hat einfach eine andere Konsistenz als ein Schweizer Brot – hat mehr Feuchtigkeit und ist doch locker», findet Anke Eberhardt. Und ohne zu zögern sagt sie: «Das ‹Schwiizer› Volkornbrot ist mir oft zu hart.» Und es sei halt auch der vertraute Geschmack, der sie das Sauerteigbrot am Graben kaufen lasse. «Vielleicht Prägung in der Kindheit», vermutet sie. So geht es wohl noch weiteren Deutschen, die bei Salem Brot posten.

Viele Rückmeldungen von Deutschen

Salem hat in den letzten Wochen bereits viele Rückmeldungen von Deutschen erhalten: «Wir brauchen das oder wir vermissen dieses Brot», würden sie ihm sagen. Am besten würden das Gewürzbrot und das reine Roggenbrot laufen. Salem kennt die Vorzüge seines Sauerteigbrotes: Im Gegensatz zum normalen Brot enthält es keine Hefe. Deshalb braucht es gut fünf Stunden, bis es aufgegangen ist. «Dafür bleibt es über mehrere Tage frisch», so Salem. Seit 15 Jahren lebt Salem in der Schweiz. Früher hat er in der Gastronomie gearbeitet. In Scharm El-Scheich war er Chef de Service im Hotel Hilton.

Auch in der Schweiz hat er zuerst sechs Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet. Dann entschloss er sich, sich selbstständig zu machen. Und weil seine Schwiegereltern aus Deutschland stammen, habe er sich entschieden, deutsche Spezialitäten zu verkaufen. Er verkauft diese in Winterthur und in seinem Kiosk in St.Gallen. Und neu eben auch in Aarau. «Sobald das Wetter besser wird, werde ich hier auch Weisswurst, Leberknödel und Maultaschen verkaufen», so Salem. Und schon wieder steht eine Deutsche am Stand von Salem: «Ne Brezel hätt ich gern.» «Vielleicht noch ein Brot dazu?», will Salem wissen. «Ne, is okay, danke», sagt die Frau und verschwindet.