«Was macht ihr denn nun mit dem Bärenplatz?» – Diese Frage hören Werner Schenker und Heidi Niedermann seit letztem Frühjahr oft. Damals hatten die Buchser Stimmbürger den Verkauf der Bärenplatz-Parzelle vor dem Gemeindesaal an einen Investor, der darauf ein Wohn- und Geschäftsgebäude sowie einen öffentlichen Platz erstellen wollte, abgelehnt.

An die Urne kam der Deal nur wegen eines Referendums, das die beiden Einwohnerräte Schenker (Grüne) und Niedermann (CVP) gemeinsam mit Maja Frey (EVP) und Dimitri Spiess (SP) weiteren und Buchser Bürgern erwirkt hatten. Direkt nach der Abstimmung betonte die Gruppe, dass der Verkauf nun zwar verhindert sei, man aber nicht unbedingt wolle, dass der Bärenplatz weiterhin brach liege. Das tut er nämlich schon, seit der Gasthof Bären an dieser Stelle abgerissen wurde – das war vor 30 Jahren.

Öffnung zur Suhre hin?

Aber eben, was soll denn nun mit dem Platz passieren? Um dieser Frage nachzugehen, entstand aus den Reihen des Referendumskomitees die «IG Bärenplatz für alle», die mittlerweile ein Dutzend Personen umfasst. Schenker betont: «Nicht die IG macht etwas aus dem Bärenplatz, sondern idealerweise die Gemeinde. Wir sind nur dafür da, herauszufinden, was die Bevölkerung aus dem Platz machen möchte.» Unter anderem hatte die IG Fragebogen ausfüllen lassen. Sie wollte zum Beispiel wissen: «Wie weit soll der Platz mit Gebäuden bebaut werden?» oder «Soll der Platz zur Suhre her geöffnet werden und eine Verbindung entstehen?» und «Ist eine Begrünung erwünscht?».

Über 500 Fragebogen sind ausgefüllt zurückgekommen, und die Teilnehmenden nutzten auch fleissig die Gelegenheit, auf der Rückseite eine Skizze ihres idealen Bärenplatzes aufzuzeichnen. «Da sind wirklich die verschiedensten Ideen zusammengekommen», sagt Heidi Niedermann. «Vom Aussichtsturm bis hin zum komplett leeren Platz war alles dabei.» Werner Schenker betont, es gebe nicht die eine Lösung. Dennoch könne die IG am Infoabend vom 24. Mai vier verschiedene Wege aufzeigen, wie sich der Platz künftig präsentieren könne. Ins Detail gehen wollen Schenker und Niedermann noch nicht. Nur so viel: Die Öffnung des Platzes zur Suhre hin sei ein grosses Thema, ebenso eine Gestaltung des Platzes mit mobilen und fixen Elementen. «Die Schwanbar in Aarau wurde zum Beispiel relativ oft erwähnt», so Werner Schenker. Die IG hat sich bemüht, die Ideen zu visualisieren, um sie am Infoabend präsentieren zu können. Klar sei: «Wenn mit dem Bärenplatz etwas passieren soll, muss ein grosser Teil der Buchser Bevölkerung dahinterstehen können. Der Funke muss springen.» Und Heidi Niedermann zitiert Dürrenmatt: «Was alle betrifft, können nur alle lösen.»

Und wer bezahlt?

Offen ist nach wie vor die Finanzierung einer potenziellen Neugestaltung. Buchs ist finanziell bekanntlich nicht auf Rosen gebettet. «Wenn uns Buchserinnen und Buchser der Platz genug wert ist, werden wir auf jeden Fall Möglichkeiten zur Finanzierung finden», so Schenker.

Was passiert nach dem Infoabend? Schenker und Niedermann betonen, dass das Thema Bärenplatz für die nächsten Schritte wieder aufs politische Parkett gelangen müsse. «Der Platz gehört der Gemeinde. Wir von der IG haben weder die Befugnis noch das Geld, um zu handeln», so Niedermann. Man bedauere, dass sich der Gemeinderat nach der verlorenen Abstimmung bewusst von der IG distanziert habe. «Wir hätten uns eine Zusammenarbeit gewünscht», so Schenker. Aber die IG freue sich nun, dass der Gemeinderat angekündigt habe, dem Infoabend beizuwohnen. «Am einfachsten wäre, der Gemeinderat würde eine offizielle Arbeitsgruppe einsetzen, die das Projekt weiterverfolgt. Wenn er das nicht von sich aus tut, besteht für uns die Möglichkeit einer Motion im Einwohnerrat.»

Infoveranstaltung: Donnerstag, 24. Mai, 19.30 Uhr, Foyer Gemeindesaal