Der Verein «Neues Kasernenareal» hat in einer Medienmitteilung zwei Dinge kritisiert: Erstens, dass laut einer Aussage von Korpskommandant Daniel Baumann die Armee auch ab 2030, wenn der Mietevertrag des Kantons mit der Armasuisse für das Kasernenareal ausläuft, in Aarau bleiben will. Und zweitens, dass «bis 2030 auf dem Areal nichts passieren soll». Der Verein fordert einen fliessenden Übergang zwischen militärischer und ziviler Nutzung. Und: eine verbindliche Zusage von Regierungsrätin Franziska Roth, dass der Kanton den Mietvertrag mit der Armasuisse ab 2030 nicht verlängert.

«Resultat nicht vorwegnehmen»

Letztere kommt vom Departement Gesundheit und Soziales, bei welchem die Armeebelange angesiedelt sind, natürlich nicht. Aber eins will man betonen: «Bund, Kanton und Stadt sind gemeinsam unterwegs», so Dieter Wicki, Leiter der Abteilung Militär und Bevölkerungsschutz. Die Äusserungen von Korpskommandant Baumgartner, wonach sich die Armee auch nach 2030 nicht aus Aarau zurückzuziehen gedenke, stünden deshalb nicht quer in der Landschaft. Weiterhin gelte, dass ab 2030 die militärische Nutzung nicht mehr im Vordergrund stehe, was das aber genau bedeute, sei Gegenstand der soeben angelaufenen Masterplanung mit allen Beteiligten. Wann genau weitere Ergebnisse dazu vorliegen, ist noch nicht bekannt. «Wir reden hier aber weder von Wochen noch von Monaten, sondern von Jahren. Die Planungsarbeiten laufen gut und ihr Resultat soll nicht vorweggenommen werden.»

Areal ist nicht gleich Areal

Zur Forderung des Vereins «Neues Kasernenareal», wonach schon vor 2030 «etwas gehen muss» auf dem Areal, weist Wicki auf einen aus seiner Sicht entscheidenden Punkt hin: «Wenn vom Kasernenareal die Rede ist, umfasst das in planerischer Hinsicht eben nicht nur den militärisch genutzten Teil der Anlage. Zum Planungsperimeter gehören auch Bereiche wie die Alte Reithalle, der Apfelhausenweg oder die Kasernenstrasse.» Das Leitbild vom Dezember 2016 sei unverändert Richtschnur für die Planungen. Darin heisst es zur Frage der Arealöffnung, dass Reithalle, Kasernenstrasse und Apfelhausenweg aufgewertet werden sollen. Diese Gebiete gehören nicht zum gegenwärtig militärisch genutzten Teil des Kasernenareals.

Armasuisse müsste Ja sagen

Auch für den militärischen Teil gelte weiterhin, was im Leitbild stehe, betont Wicki: «Eine allfällige vorzeitige Teilöffnung für nichtmilitärische Nutzungen erfordert in jedem Fall die Zustimmung der Mieterin Armasuisse, also des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.» Man könne, wie bei jedem Mietverhältnis, die Armee nicht einfach zwingen, vor Ablauf des Waffenplatzvertrages zivile Nutzungen auf dem militärischen Arealteil zuzulassen. «Das Kasernenareal wird zurzeit intensiv militärisch genutzt. Im Moment ist nicht ersichtlich, welche militärischen Arealteile vor Auslaufen des Vertrages im Jahr 2030 umgenutzt werden könnten.» Weiter gibt Wicki zu bedenken, dass zivile Nutzungen bereits jetzt ihren festen Platz auf dem Kasernenareal hätten. «Zum Beispiel wird die Mehrzweckhalle jeden Abend und an den Wochenenden von zivilen Sportvereinen genutzt.» (NRO)