Aarau
Wärmezentrale wird einen Zehntel der nötigen Aarauer Wärme abdecken

Im Aarauer Torfeld entsteht der grösste Wärme- und Kälteverbund in der Stadt. Ab Montag werden Strassen aufgerissen und Leitungen verlegt.

Hubert Keller
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Die Wärmezentrale im Torfeld ist im Rohbau bald fertig.

Die Wärmezentrale im Torfeld ist im Rohbau bald fertig.

Pascal Meier

Im Endausbau wird die Zentrale im Torfeld Nord die anliegenden Quartiere mit rund 37,5 Gigawattstunden (GWh) Wärme pro Jahr versorgen. Wie viel das ist, wird einem erst bewusst, wenn diese Zahl mit dem gesamten Wärmeverbrauch der Stadt verglichen wird, der 390 GWh beträgt. Die Wärmezentrale im Torfeld wird, sobald in ein paar Jahren die grösstmögliche Anschlussleistung erreicht ist, fast einen Zehntel des Wärmeverbrauchs der Stadt abdecken. Die Zentrale, die in der Nähe der künftigen Passerelle über die Geleise gebaut wird, wird nicht nur Wärme liefern, sondern auch Kälte, nämlich rund 9,5 GWh pro Jahr.

Die IBAarau investiert in den Wärme- und Kälteverbund Torfeld-Bahnhof Süd rund 50 Millionen Franken. Das Netz bedeckt 58 Hektaren. Es ist bisher der grösste Verbund der IBAarau in der Stadt. «Das in der Telli geplante Netz dürfte ähnlich gross werden», sagt Projektleiter Matthias Bobst.

Kamin beim Kino steht bald

18 Millionen werden in den Wärme- und Kälteverbund Kasino-Areal investiert. In der ehemaligen Zivilschutzanlage unter dem Kasino-Parking ist in den vergangenen zwei Jahren eine Heizzentrale entstanden, welche die CO2-freie Energie mittels einer Wärmepumpe aus dem Grundwasser zieht. Gegenwärtig wird an der Rückseite des Kinos Ideal die Kaminanlage erstellt, über welche die Abgase der Erdgasheizung abgeführt werden. Diese deckt wenn nötig Spitzenlasten ab und stellt die Versorgung sicher, wenn die Wärmepumpe ausfallen sollte. «Die Bauarbeiten verlaufen nach Plan», sagt Bobst, «der Kamin wird Mitte August hochgezogen.»

Das Interesse an der Fernwärme sei erfreulich gross, sagt Bobst. «Oft wird eine Heizung aber erst ersetzt, wenn diese ausgedient hat und sowieso erneuert werden muss», erklärt er. Es werde deshalb einige Jahre dauern, bis die grösstmögliche Anschlussdichte erreicht sein wird. Mit vielen Verbrauchern suche man aber das Gespräch, um die Möglichkeiten eines früheren Anschlusses zu prüfen, da während des Leitungsausbaus bei den Hausanschlüssen oft Synergien genutzt werden können.

Rohbau in vier Wochen fertig

Die Zentrale Torfeld ist Ende September im Rohbau fertig. Am Montag beginnen die Bauarbeiten für die drei Hauptverteilstränge und die Grundwasserleitung. Letztere führt im Bereich des Pulverhausweges (Fuss- und Radweg) zur Rohrerstrasse und zur Abzweigung Energiezentrale. Das Grundwasser wird in der Nähe des Knotens Suhrebrücke erbohrt. Leitungen werden zudem in der Bachstrasse zwischen Effingerweg und Hinterer Bahnhofstrasse verlegt sowie in der Herzogstrasse zwischen Bleichemattweg und Hinterer Bahnhofstrasse.

Man sei bestrebt, die Behinderungen möglichst gering zu halten, sagt Projektleiter Matthias Bobst. Trotzdem sei man auf das Verständnis der Anwohner angewiesen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2015 beendet sein, ab diesem Zeitpunkt wird Wärme und Kälte geliefert.