Seit dem grossen Chlapf im Februar 2017 hat sich rund um die Kunsteisbahn Aarau (Keba) einiges getan, aber so richtig nahe ist man der Lösung des Bewilligungsproblems noch immer nicht. Im Gegenteil: Es gibt ein neue Störung. Nach nur sieben Monaten Amtszeit hat der Verwaltungsratspräsident der Aktiengesellschaft «Keba Region Aarau AG» das Handtuch geworfen.

Keine Angaben mehr über Keba-Geschäftsgang

Ralph Werder (Küttigen) hatte Ende November die Nachfolge von «Mister Keba» Heinz Zaugg (war 16 Jahre im Amt) angetreten. Werder gehörte dem Keba-Verwaltungsrat seit dem März 2018 an. Er war anfänglich Vizepräsident. Die Keba war jahrzehntelang eine Genossenschaft und ist seit 2016 eine Aktiengesellschaft. Mehrheitsaktionär ist die Stadt Aarau (150 von 200 Aktien). Mit dabei sind die Gemeinden Suhr (30 Aktien) und Buchs (20 Aktien). Während die Genossenschaft relativ transparent war, ist über den Geschäftsgang der AG nichts mehr bekannt. Sie publiziert keine Jahresberichte. «Bisher waren das interne Dokumente», erklärt Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker.

Das Geschäftsjahr wird per Ende Juni abgeschlossen. Es ist davon auszugehen, dass die Betriebseinschränkungen und die Bewältigung von Kinderkrankheiten nach der 20,7 Millionen Franken teuren Totalsanierung für die Keba eine schwere finanzielle Last sind.

Baubewilligung kaum noch dieses Jahr

Die Keba wird noch immer mit einer provisorischen Bewilligung betrieben. Das Baugesuch für eine definitive Bewilligung mit den ursprünglichen, längeren Betriebszeiten läuft. Es gibt Einsprachen. Die Einwenderverhandlungen dürften in der zweiten Jahreshälfte stattfinden, nachdem das Baugesuch aus Sicht der Standortgemeinde Suhr jetzt vollständig zu sein scheint. Zwischenzeitlich ist man beim vierten Lärmgutachten.

Es gibt Leute, die glauben, dass das Problem am besten zu lösen wäre, wenn man sich auf ein Gutachten und die von ihm vorgeschlagenen Massnahmen einigen könnte. Aus Sicht der Anwohner geht es primär um die Trainingsfelder der Fussballer respektive deren Pflege. Ein Streitpunkt ist etwa der fast 20 Jahre alte, vergleichsweise laute Rasenmäher. Bisher weigerte sich die Platzgenossenschaft Brügglifeld, ihn durch einen modernen Elektromäher zu ersetzen. Die Bereitschaft, über den Schatten zu springen, scheint sich bei allen Parteien in Grenzen zu halten. Es würde an ein Wunder grenzen, wenn der Gemeinderat Suhr noch dieses Jahr über das Baugesuch entscheiden könnte. Die Durststrecke für die Keba geht also weiter.

«Es kam zu gewissen Differenzen»

Warum ist Ralph Werder zurückgetreten? Er selber sagt, er habe sich mit dem Projektteam für die Bewilligungen «nicht auf ein gemeinsames weiteres Vorgehen einigen können». Das bestätigt Stadtpräsident Hilfiker: «Ralph Werder hat sein Amt zur Verfügung gestellt, weil es im Hinblick auf die Bearbeitung der verschiedenen Verfahren im Umfeld der Keba zu gewissen Differenzen gekommen ist.»

Man sei jetzt auf der Suche nach einem neuen Präsidenten und führe mit externen Kandidierenden Gespräche, so Stadtpräsident Hilfiger. Die Generalversammlung finde am 17. September statt. «Der Stadtrat hält an seiner Strategie fest und wird kein Verwaltungsrats-Präsidium stellen», beton Hilfiker.

Ralph Werder blickt ohne Gram auf seine Zeit bei der Keba zurück: «Gemeinsam mit dem Betriebsleiter Otmar Hochuli war ich für die betriebliche Führung der Keba verantwortlich. Die Saison 2018/2019 konnte erfolgreich abgeschlossen werden und die Durchführung von einzelnen Sportveranstaltungen des Eidgenössischen Turnfestes waren ein voller Erfolg.» Werder wird bis zur Neubesetzung der Vakanz die administrativen Aufgaben sicherstellen und die Betriebsleitung bei der Vorbereitung der nächsten Saison unterstützen.