Aarau
Wahlkampfbudget: Lukas Pfisterer drückt sich um eine genaue Zahl

Die FDP habe ein Vielfaches an Geld für den Aarauer Wahlkampf zur Verfügung – so das Gerücht. Es geht die Zahl von einer halben Millionen Franken um. Stadtpräsidiumskandidat Lukas Pfisterer will allerdings keine genaue Zahl nennen.

Sabine Kuster
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Lukas Pfisterer.

Lukas Pfisterer.

SP-Stadtpräsidiumskandidatin Jolanda Urech legt die Karten offen auf den Tisch. In der «Schweiz am Sonntag» beantwortet sie die Frage, wie gross das Budget für den Wahlkampf sei: 55'000 Franken bezahlt die Partei, 10'000 Franken steuert sie selbst bei. FDP-Kandidat Lukas Pfisterer drückt sich um eine präzise Antwort: «Es ist vermutlich ähnlich wie das der SP-Präsidiumskandidatin», sagt er.

Pfisterer argumentiert, diese Einschätzung habe er aufgrund der gesehenen Inserate, Plakate und Flyer gemacht. Auf der linken Seite mutmassen jedoch viele, das Budget liege um ein Vielfaches höher, von einer halben Million ist die Rede. Darauf angesprochen, lacht Pfisterer und sagt: «Chabis, nie!» Nun, da er das SP-Budget kenne, müsse er sagen, er habe nicht schlecht geschätzt. «Ich bleibe bei meiner Aussage, dass wir ungefähr gleich viel zur Verfügung haben.»

Das Geld verwenden die Kandidaten hauptsächlich für Plakate, Inserate und Flyer. Aufwendige Flyer, bzw. ein Büchlein haben beide Kandidaten drucken lassen. Zeitungsinserate sind überschlagsmässig von der FDP bisher rund ein Drittel mehr erschienen. Umgekehrt ist es momentan bei den Plakaten in Weltformat: Zwischen Bahnhof und Kettenbrücke hängen 9 der SP und 7 der FDP.

Zeit ist grösster Ausgabeposten

Beträchtlich ist bei beiden zudem der Zeitaufwand. Urech hatte letzte Woche am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und auch noch am Sonntag öffentliche Auftritte. Pfisterer am Donnerstag und gleich zwei am Freitag. Urech reduzierte ihr Pensum als Sekundarlehrerin bis im Herbst um 40 Prozent. Pfisterer kann sich seine Zeit als Jurist freier einteilen. Er sagt: «Die Zeit ist der grösste Ausgabeposten. Ich habe aufgehört, die Stunden zu zählen.»

Viel Zeit investiert haben auch die Unterstützer von Lukas Pfisterer: 18 Leserbriefe sind zu seinen Gunsten, 10 zugunsten von Urech erschienen. Pfisterers Wahlhelfer sind auch am Telefon sehr aktiv: Zwei Personen bitten auf diesem Weg mögliche Sympathisanten um Unterstützung.

Bei Facebook hat Jolanda Urech die Nase vorn. Obwohl sie erst am 6. August beitrat, hat sie Pfisterer bereits überholt: Pfisterer, seit 2009 mit einer eigenen Politiker-Seite bei Facebook, hat 232 «gefällt mir»-Klicks, Urech 271. Noch nicht aufgeholt hat der dritte Kandidat, Martin Häfliger, der seit 19. August eine Wahlkampfseite bei Facebook hat. Er verzeichnet 36 «Likes», wie die Funktion auf Englisch heisst. Häfliger hat innert Kürze immerhin recht viele Plakate aufgehängt. Als Parteiloser bezahlt er laut eigenen Angaben 6000 bis 7000 Franken für seinen Wahlkampf aus dem eigenen Sack.

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