Der Hintergrund: Die Hauenstein Baumschulen AG wird ihr Betriebsgebäude und die Gartenanlagen zügeln. Jetzt liegen sie mitten in Küttigen, im Dreieck zwischen der Alten Stockstrasse und der Bibersteinerstrasse. Auf dem rund 3,5 Hektaren grossen Areal sollen dereinst (frühestens ab 2018) rund 170 Wohnungen Raum für 400-500 neue Küttiger bieten (heute: ca. 6100). Nicht in einem grossen Gebäude, sondern verteilt auf mehrere unterschiedliche Gebäudetypen. Das entsprechende Siedlungskonzept stammt von der Egli Rohr Partner AG, Dättwil.

Der positive kantonale Vorprüfungsbericht beschied dem Projekt «eine haushälterische Nutzung des Bodens» und «eine gute Gestaltung der Bauten unter Einbezug des kommunalen Kulturobjekts» - damit ist eine um 1805 erbaute Villa im Westen des Areals gemeint.

Drei Parzellen fallen raus

Gegen den Gestaltungsplan waren während der öffentlichen Auflage drei Einsprachen eingegangen. Der Gemeinderat hat sie grösstenteils abgewiesen. Gegenüber der öffentlichen Auflage gibt es nur einen Unterschied: Drei Parzellen am Baumschulweg wurden aus dem Perimeter der der Gestaltungsplanpflicht entlassen. Dies im Zusammenhang mit der kürzlich rechtskräftig gewordenen Revision der Allgemeinen Nutzungsplanung. Auf ihnen stehen heute schon Wohnhäuser respektive eine Garage.

Die Einsprachen drehten sich um Fragen wie Gebäudehöhe/Schattenwurf und der Erschliessung. Vor allem der befürchtete Mehrverkehr auf dem Baumschulweg, einer fünf Meter breiten Quartierstrasse ohne Trottior, gab den Einwendern zu denken.

Der Gemeinderat wies die Einsprache ab mit dem Hinweis, die Erschliessung der Baumschul-Überbauung erfolge primär über die Bibersteinerstrasse. Ein weiteres Baufeld wird über die Alte Stockstrasse erschlossen. Auf den Baumschulweg entfällt die Erschliessung zweier Baufelder (29 Parkfelder für die Bewohner sowie acht Besucherparkplätze).

Heute Lastwagen, morgen Autos

In seiner Begründung weist der Gemeinderat darauf hin, dass der Baumschulweg «heute für den Betrieb der Baumschule benützt wird», also für Anlieferungen und Abtransporte via Lastwagen. «Gegenüber dem heutigen Zustand ist bereits von der Art der Fahrzeuge, welche den Baumschulweg benützen, eine Entlastung zu erwarten». Ausserdem herrsche bereits Tempo 30. Und: «Es bestehen keine passablen Alternativen», eine Erschliessung via Alte Stockstrasse oder Bibersteinerstrasse sei für die beiden betroffenen Baufelder nicht möglich.

Fall liegt beim Kanton

Klar ist nun: Mindestens einer der Einsprecher hat sich mit dem Entscheid des Gemeinderats nicht zufrieden gegeben. Beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt ist eine Beschwerde gegen den Beschluss eingegangen. Das bestätigt Eric Grob, Jurist und Mitarbeiter der Rechtsabteilung. Da die Beschwerdefrist erst am Montag ablief, ist denkbar, dass auf dem Postweg noch weitere Beschwerden eingehen.