Aarau
Vor allem Jugendliche fragen nach freien Räumen in der Stadt

Die Stadt hat nichts gegen Zwischennutzungen, fördert sie aber auch nicht aktiv. Zumindest noch nicht, wie Stadtrat Hilfiker im Einwohnerrat erklärte. Vor allem Jugendliche suchen freie Räume.

Hubert Keller
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Dem Rollingrock konnte die Stadt in der Telli eine Halle vermitteln.

Dem Rollingrock konnte die Stadt in der Telli eine Halle vermitteln.

zvg

«Der Stadtrat begrüsst Zwischennutzungen von leer stehenden Gebäuden», sagte Stadtrat Hanspeter Hilfiker, als er im Einwohnerrat die Anfrage von Silvia Dell’Aquila (SP) und Olivia Müller (FDP) beantwortete. Aktiv vermittle die Stadt solche Räume allerdings bisher nicht.

Gelegentlich würde bei der Stadt Anfragen nach Räumlichkeiten nachgefragt. «Allzu häufig sind diese Anfragen nicht», sagte Hilfiker. Er sprach von drei bis fünf pro Jahr. Am häufigsten seien Anfragen von Jugendlichen. Die zuständige Sektion Jugend der Sozialen Dienste berichte von wöchentlichen Anfragen. Angebote von dieser Seite bestehen allerdings praktisch nicht. Rege genutzt werden gemäss Hilfiker die elektronischen Angebote von aarau info.

Erfolgreiche Vermittlungen

Hilfiker hielt fest, dass immer wieder erfolgreich Räume vermittelt würden. Als Beispiele nannte er die Proberäume für den Musikverein Harmonie und die Stadtmusik im Kasernenareal (Vermittlung durch die Kulturstelle), die Werkhallen im Schlachthofareal für den Verein Jura Bergstrecke (Sektion Liegenschaften), Räume für eine Skateranlage und ein Beachvolleyballfeld in der Telli (Sektion Liegenschaften) oder Räume und Plätze für das Blaue Kreuz oder den Bus im Park (Sektion Jugend). Im Rahmen des Kulturkonzepts werde diskutiert, ob eine breit zugängliche Datenbank mit entsprechenden Räumlichkeiten angelegt werden könne, führte Hilfiker weiter aus.

Auch im Rahmen des Altstadtkonzepts würden gegenwärtig Massnahmen geprüft, wie leer stehende Gewerberäume in der Altstadt vermittelt werden könnten. Für den Sport hat die Stadt Anfang Jahr eine Online-Plattform eingerichtet. Die Erfahrungen daraus sollen für den allfälligen Aufbau weiterer Datenbanken genutzt werden.

Eine weitere Anfrage von Olivia Müller (FDP) zielte mit dem gleichen Anliegen auf die Zivilschutzanlagen ab. Diese würden teilweise als Unterkunft bei Kulturveranstaltungen vermietet, sagte Stadtrat Hilfiker. Die Bereitstellungsanlagen Goldern und die Sanitäts-Hilfsstelle Zelgli werden vom Zivilschutz nicht mehr genutzt und können von Dritten gemietet werden. Hilfiker: «Die Nutzung von ehemaligen öffentlichen Schutzräumen durch Vereine, Jugendliche, als Probe oder Archivräume ist grundsätzlich möglich.» Eine kommerzielle Nutzung (Club, Bar usw.) schliesst Hilfiker jedoch aus, da eine Nutzungsänderung ein wichtiges Bewilligungsprozedere nach sich ziehe und auch bauliche Massnahmen für Strom, Licht, Lüftung, Toiletten nötig würden.