Aarau
Vor allem der Grundwasserspiegel beschäftigt die Leute

Die Axpo-Projektverantwortlichen informierten die Anwohner über den Neubau des Kraftwerks Rüchlig in Aarau. Dabei zeigte sich: Nicht der drohende Lärm und Mehrverkehr beschäftigt die Leute. Nein, es ist der Grundwasserspiegel.

Toni Widmer
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Visualisierung des geplanten neuen Aare-Kraftwerks Rüchlig, das in vier Jahren ans Netz gehen soll. Axpo Visualisierung des geplanten neuen Aare-Kraftwerks Rüchlig, das in vier Jahren ans Netz gehen soll. Axpo

Visualisierung des geplanten neuen Aare-Kraftwerks Rüchlig, das in vier Jahren ans Netz gehen soll. Axpo Visualisierung des geplanten neuen Aare-Kraftwerks Rüchlig, das in vier Jahren ans Netz gehen soll. Axpo

Der von den Baumaschinen zu erwartende Lärm sowie der Mehrverkehr sind für die Anwohner im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Neubau des Kraftwerks Rüchlig in Aarau zwar auch ein Thema. Sorgen machen sich die Leute aber vor allem wegen des Grundwasserspiegels, der unter gewissen Umständen leicht ansteigen kann. Das der Eindruck an einer Informationsveranstaltung, an der Christoph Tandler, Axpo-Gesamtprojektleiter Wasserkraftwerke, die Anwohner über die beginnende Realisierung ins Bild setzte.

Mit offenen Karten spielen

Die Axpo, erklärte Tandler, wolle mit offenen Karten spielen: «Die Anwohner dürfen und sollen jederzeit wissen, was auf unserer Baustelle läuft.» Dazu sind Informationsveranstaltungen für das Quartier Telli auf der rechten und für das Gebiet Scheibenschachen auf der linken Aareseite ebenso geplant wie Newsletter und ein Auskunftstelefon. Dort beantwortet der Chefbauleiter Fragen und nimmt Beschwerden entgegen.

Noch im alten Jahr ist mit der Installation der Grossbaustelle begonnen worden. Dazu gehört auch eine Schwerlastbrücke vom Flussufer auf die Zurlindeninsel, welche noch zu realisieren ist. Richtig los gehen wird es in zwei bis drei Monaten mit den ersten intensiven Rammarbeiten. Im April beginnt der Rückbau der nicht mehr benötigten Teile des bisherigen Kraftwerks, im Juli wird dieses definitiv abgestellt. Grundsätzlich, erklärte Christoph Tandler, werde nur am Tag gebaut: «Nachts und am Wochenende ist Ruhe. Es sei denn, aussergewöhnliche Umstände würden kurzfristig eine andere Planung erfordern. Darüber würden wir sicher informieren.» Das Projekt wird von zwei Kommissionen begleitet: Eine widmet sich den Fragen rund um den Baustellenverkehr, die andere beleuchtet die ökologischen Aspekte.

Zurück zum Thema Grundwasser. In der Bauphase wird weniger Wasser via Kraftwerkkanal abgeführt, dafür etwas mehr in die Aare fliessen. Weiter wird bei gewissen Arbeiten auch die Flusssohle aufgebrochen. Beides kann zu erhöhten Einträgen ins Grundwasser führen, dessen Pegel in Telli und Scheibenschachen ohnehin schon hoch ist.

Mögliche Vorkehrungen getroffen

Um Grundwassereinbrüche zu vermeiden, werden zwei Massnahmen getroffen. Im Gebiet Scheibenschachen ist es eine Dichtwand, im Gebiet Telli kann der Grundwasserspiegel bei Bedarf über zwei Pumpstationen abgesenkt werden. Potenziell feuchte Keller werden mit diesen Massnahmen allerdings nicht plötzlich trocken: «Wenn Sie bisher bei einem hohen Wasserstand der Aare im Keller nasse Füsse bekamen, werden Sie auch künftig welche haben. Mit unseren Massnahmen sorgen wir lediglich dafür, dass der Grundwasserspiegel nicht über die bisher registrierten Niveaus steigt», erklärte Christoph Tandler.

Neben dem möglichen Grundwasseranstieg beschäftigte die fünf Dutzend Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Information für das Telli-Quartier auch die Hochwassersicherheit. Diese wird mit dem Neubau merklich steigen. Für die Bauphase sind laut Tandler die nötigen Sicherheitsmassnahmen getroffen worden. «Doch», erklärte er, «die Mächtigkeit eines Hochwassers bestimmt leider die Natur und nicht die Axpo.»