Der Maienzug war verregnet, der Bachfischet verblasen, der Markt Aarauer Gewerbetreibende (MAG) aber profitierte vom traumhaften Herbstwetter. Nicht einmal die samstägliche Bise konnte verhindern, dass der MAG 2018 als einer der besten in die Geschichte eingehen wird. Der Publikumsansturm war so gross, dass einzelne Gastro-Anbieter am Sonntag mit Nachschubproblemen zu kämpfen hatten.

Die Markthalle funktioniert jetzt

«Ich habe wirklich sehr viel Positives gehört», schwärmte MAG-Präsident Rainer Zulauf am Sonntag. Auch am eigenen Stand sei es besser gelaufen als auch schon. Für Zulauf war es der 11. MAG als Präsident (insgesamt der 81.). Er ist überzeugt, dass sich die in den letzten Jahren vorgenommenen und teils auch optimierten Konzeptänderungen auszahlen. Zum Beispiel die Bühne mit diversen Attraktionen in der Markthalle. «Jetzt funktioniert sie. Es ist ein richtiges Miteinander, die Musik wird nicht mehr als störend empfunden», erklärte Zulauf. Überhaupt wirke der ganze MAG jetzt viel aufgeräumter: «Die Qualität der Stände ist gestiegen.»

Unter den Besuchern war das neue Eniwa-Kochhüsli (Markenzeichen: kleine Türe und Fliegenpilz-Dach) ein viel diskutiertes Thema. Man sieht die Kinder kaum noch, die Eltern müssen ihre Erinnerungsfotos durch das Fenster machen – was zum Teil zu wilden Verrenkungen führt. Der Ansturm des Koch-Nachwuchses war aber unvermindert gross. Traditionalisten vermissten das Bratwurst-Bier-Zelt der Arbeiterschützen, erklärten aber, der Risotto-Pizza-Sushi-Anbieter «Manofattura del gusto» (Suhr) habe seine Sache mit seinem vergrösserten Stand gut gemacht.

Ein Wirtschaftsfaktor

Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker hatte an der Eröffnung am Donnerstag erklärt, der MAG locke bis 30 000 Besucher nach Aarau. Dieser Wert wurde sicher erreicht – auffällig war auch der hohe Anteil an Jungen. Am MAG direkt (also ohne Folgeaufträge) wird ein Umsatz in der Grössenordnung von 1,5 Millionen Franken generiert.

Das MAG-Komitee überlegt sich für die Zukunft weitere Neuerungen. Diskutiert wird etwa, wie es mit dem Weinzelt weitergehen soll. Der MAG-Verein hat wieder einen gewissen finanziellen Spielraum – die Zeit der Finanzknappheit ist definitiv überwunden. Aus Sicht der BBA-Benützer wäre es wünschbar, wenn der Graben für den Bus nicht mehr die ganze Woche (beispielsweise erst ab Donnerstag) geschlossen wäre.