Bodi Clarke Ferguson – ein klingender Name, ein Name wie gemacht, um über die Lautsprecher in den grossen Eishockeystadien ausgerufen zu werden. Und genau das ist der Traum des zwölfjährigen Aarauer Nachwuchshockeyspielers. Er möchte Eishockeyprofi werden und irgendeinmal in der NHL – der nordamerikanischen Profiliga, die als beste der Welt gilt – auflaufen. Am liebsten bei den Anaheim Ducks, seinem Lieblingsverein aus Kalifornien.

Dass die Ducks sein Lieblingsverein sind, kommt nicht von ungefähr. Die Familie seines Vaters Randy lebt in der Nähe von Anaheim, und so hat Bodi in den vergangenen vier Jahren während der Sommerferien jeweils seine Verwandten besucht und dabei gleich auch einige Tage in einem Trainingslager der Anaheim Ducks verbringen können. Ein bisschen NHL-Luft hat der Aarauer Primarschüler also schon geschnuppert.

Schusstrainings vor der Garage

Bereits im Alter von vier Jahren hat Bodi mit dem Eishockeysport begonnen. «Mein älterer Bruder hat gespielt und dann hab ich das auch mal ausprobiert», erzählt er. Gefallen hat es ihm auf Anhieb. Zwar hat er zwischenzeitlich einen Abstecher zum Fussball gewagt, kehrte aber gleich wieder zurück zum Eishockey.

«Das Tempo im Eishockey ist viel höher als beim Fussball. Das gefällt mir besser», sagt er. Acht Jahre lang spielte Bodi bei den Argovia Stars, dem grössten Aargauer Eishockeyverein, und trainierte auf der Kunsteisbahn in Aarau – also nur gerade 500 Meter vom Haus der Familie Ferguson entfernt. Optimale Voraussetzungen für den Primarschüler, der in seiner Freizeit regelmässig den Garagenvorplatz seines Elternhauses zum Trainingsplatz umfunktioniert und zusätzliche Schusstrainings auf ein altes Hockeytor absolviert. Nicht unbedingt zur Freude seiner Mutter, die das in die Jahre gekommene Gehäuse schon längst hätte entsorgen wollen.

Im letzten Frühling hat Bodi nun aber den Verein gewechselt. Neu spielt er bei den Kloten Flyers. Beim NLA-Vertreter findet der Youngster die besseren Trainingsbedingungen vor. «In Aarau hatte es bei den Moskitos leider zu wenig gleichaltrige Spieler. Dadurch fehlte mir die Herausforderung. Das ist in Kloten anders. Dort ist das Team grösser und viele Mitspieler sind auf demselben Niveau. Deshalb sind die Trainings viel intensiver», sagt Bodi.

Und so fährt Familie Ferguson drei bis vier Mal pro Woche für die Trainings nach Kloten oder Bülach. «Das ist natürlich ein Mehraufwand für uns, aber man gewöhnt sich daran und Bodi möchte das unbedingt. Er freut sich immer auf die Trainings», sagt Mutter Elsbeth Ferguson.

Teil der Swiss Eastern Selects

Der Wechsel nach Kloten hat sich für Bodi bereits ausbezahlt. Dank den Fortschritten, die er in den letzten Monaten gemacht hat, wurde er als einer von nur 19 Spielern aus der ganzen Deutschschweiz in der Alterskategorie U13 (Moskitos) für das Team Swiss Eastern Selects ausgewählt. Diese Auswahl wird die Schweiz vom
10. bis 21. Februar am «Québec International Hockey Pee Wee Tournament» – der Weltmeisterschaft der Moskitos – vertreten. «Ich freue mich sehr auf dieses Turnier, denn wir können dort in grossen Stadien gegen Mannschaften aus der ganzen Welt spielen», sagt Bodi.

Für das Turnier hat der Zwölfjährige von der Primarschule in Aarau eine Dispens erhalten. Auch sonst profitiert er davon, dass er wegen Trainings und Matches den Unterricht etwas früher verlassen darf. Trotzdem stösst er an seine Grenzen. «Drei Trainings pro Woche sowie Matches am Mittwochabend und am Wochenende sind schon viel, wenn ich normal zur Schule gehe. Und seit ich in Kloten spiele, habe ich natürlich weniger Freizeit als vorher.»

Mit dem Wechsel in die Oberstufe im nächsten Sommer findet die Familie Ferguson daher, dass ein Platz in einer Sportschule in der Region ideal wäre. Denn eines ist klar: Wenn sich Bodi Clarke Ferguson seinen Traum vom Leben als Eishockeyprofi tatsächlich erfüllen will, wird der Trainingsaufwand immer grösser, und die zusätzlichen Schusstrainings auf dem Garagenvorplatz der Eltern werden nicht mehr ausreichen.