«Es ist ein Schottisch», verriet Hanspeter Zehnder, bevor er und seine Ländler-Wurlitzer zu den Instrumenten griffen. «Alle, die auf ein Stück im Zweivierteltakt getippt haben, liegen richtig.»

Der Klarinettist und Saxofonist aus Sins hatte vom Organisationskomitee den Auftrag erhalten, eigens fürs Eidgenössische Volksmusikfest 2015 in Aarau eine Fest-Komposition zu schreiben.

Am Donnerstag erlebte diese im Aarauer Rathaus ihre Uraufführung. «Völlig überraschend», witzelte Medienchef Marco Canonica, heisse das Stück «z’Aarau esch de Adler los», gleich also wie das Festmotto.

Uraufführung der Festkomposition «Z Aarau esch de Adler los»

Uraufführung der Festkomposition «Z Aarau esch de Adler los»

Unterstützt von der Musikförderstiftung der Suisa (der Genossenschaft der Schweizer Komponisten, Textautoren und Musikverleger) habe das OK Zehnder den Auftrag gegeben, «eine gute, lüpfige Komposition zu schreiben», sagte Canonica am Donnerstag vor den Medien.

Und Zehnder ergänzte: «Ich habe den Auftrag erhalten, eine Komposition zu schreiben, die einfach, sprich für alle 300 Formationen und weitere spielbar ist.» Kein technisch anspruchsvolles Stück sollte es sein, und auch kein Experiment. Es sollte gehörfällig sein, vielleicht sogar einen Wiedererkennungswert enthalten, Und nicht zuletzt sollte man den «Zehnder-Stil» oder «Ländler-Wurlitzer-Stil» darin erkennen können.

Wiedererkennungseffekt

Zehnder hat alle Vorgaben erfüllt. Das war bei der Uraufführung des zweieinhalbminütigen Stücks unschwer zu hören. Und der Wiedererkennungseffekt stellte sich spätestens nach 80 Sekunden ein, als der Wurlitzer-Express zügig in Richtung eines schweizweit bekannten Volksliedes abbog. Nur zwei Zeilen werden im Feststück gesungen, aber mit einer sinnigen kleinen Korrektur am originalen Text: «I-in Aarau sind zwö-i Liebi, e-es Meiteli und e-es Büebli.»

Allein und ungestört werden die beiden Verliebten dort vom 10. bis 13. September nicht sein: Das Organisationskomitee rechnet mit über 100 000 Besuchern. Rund um Aarau wurden laut Geschäftsführer Marcel Suter fürs Festwochenende bereits rund 400 Hotelzimmer gebucht. Das ergibt zirka 600 Übernachtungen. Viele Gäste wurden zudem an Private vermittelt. Die Aufbauarbeiten beginnen am nächsten Mittwoch im Kasinopark. Vom 7. September an ist die Altstadt eine einzige Fest-Baustelle.

Rund 300 Musikformationen mit insgesamt 1500 Musikantinnen und Musikanten aus der Schweiz werden in Aarau auftreten. Dazu kommen 12 Formationen aus der Gastregion Baden-Württemberg und am Eröffnungstag 27 Gruppen, die internationale Volksmusik in der Aarauer Altstadt erklingen lassen – hauptsächlich in der Schweiz lebende Ausländer. «Ein Experiment», sagt Marcel Suter. «Wir sind gespannt, wie die Zuhörer darauf reagieren.»

Die Festkomposition wird natürlich in Aarau zu hören sein, so etwa in der TV-Sendung «Zoogä-n-am-Boogä». Das Stück ist auch auf der CD, welche die Ländler-Wurlitzer zu ihrem 10-jährigen Bestehen herausbringen. Dem Freiämter Quartett gehören Cornelia Zehnder (Schwyzerörgeli), Peter Marty (E-Piano und Gesang), Hans Amweg (Kontrabass) und Hanspeter Zehnder (Klarinette und Saxofon) an.