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Volksabstimmung für Stadion-Kredit? – Das sagen die Aarauer Stadtpräsidiumskandidaten

Was die Kandidaten für das Aarauer Stadtpräsidium und das Vizepräsidium zu den Ideen von meinstadion.ch sagen.

Urs Helbling
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Hanspeter Hilfiker, Werner Schib, Daniel Siegenthaler und Hanspeter Thür wollen ein Amt im Aarauer Stadtrat und das Stadtpräsidium.

Hanspeter Hilfiker, Werner Schib, Daniel Siegenthaler und Hanspeter Thür wollen ein Amt im Aarauer Stadtrat und das Stadtpräsidium.

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Der grüne Stadtrat Hanspeter Thür möchte in zehn Tagen Vizepräsident von Aarau werden. Er twitterte gestern zu den Plänen der Initianten von meinstadion.ch, die auf 16 Millionen Franken von Spendern, Kanton und Banken hoffen: «Endlich ein vernünftiger Ansatz. Beteilige mich an Sammelaktion. Sie muss deutlich mehr als 4 Mio bringen, soll es gelingen.»

Ebenfalls Vizepräsident werden möchte Stadtrat Werner Schib (CVP). Er meint: «Ich befürworte die private Initiative sehr. Es ist wichtig und richtig, dass auch von privater Seite der Stadionbau verstärkt unterstützt wird. Fraglich ist, ob die öffentliche Hand über die Beteiligung an der Stadion Aarau AG ‹einfach so› bereit ist, einen Bankkredit über 8 Millionen Franken aufzunehmen.» Und offen sei auch, wie die Totalunternehmerin HRS zu den Vorschlägen stehe. Sie hatte bisher auf den «Plan B» gesetzt, der als Querfinanzierung statt dem ursprünglichen Einkaufszentrum den Bau von drei Hochhäusern mit 450 Wohnungen vorsieht.

Bisher war man davon ausgegangen, dass das Stadion (mit Mantel) für 36 Millionen Franken zu haben wäre. Doch es fehlen 14 Mio. Franken.
26 Bilder
«Meinstadion.ch»-Initiant Michael Hunziker erläutert an der Medienkonferenz, wie man die Finanzierung des neuen Stadion sichern will.
«Meinstadion.ch»-Pressekonferenz (15.11.2017)
Auch FCA-Präsident Alfred Schmid (r.) ist im Initiativkomitee, das die «meinstadion.ch»-GmbH gegründet hat.
Sponsorenvereinigungspräsident Michael Hunziker (links) und FC-Aarau-Präsident Alfred Schmid am letzten Mittwoch bei der Medienkonferenz.chris Iseli
Weil sich wegen des jahrelangen Rechtsstreits und neuen Auflagen der Swiss Football League Mehrkosten ergaben, geht man nun davon aus, dass das Stadion 50 Mio. Franken kostet.
Unter der Federführung von Michael Hunziker wurde nun ein Plan ausgearbeitet,...
... wie die 14 Mio. Franken zusätzliche Mittel zu beschaffen wären.
Unter anderem sollen 4 Mio. Franken (statt 2) hierbei von Dritten respektive vom FC Aarau kommen.
«Meinstadion.ch» will diese Mittel durch Crowdfunding organisieren.
Der Rest soll aus dem Sport-Toto-Fons des Kantons und mittels eines Bankkredits, aufgenommen durch die Stadion Aarau AG (gehört der Stadt Aarau), gesichert werden.
Das geplante Stadion vorne, hinten die Protagonisten von der Pressekonferenz.
Die Initianten wollen, dass «Plan A» umgesetzt wird (mit Mantelnutzung) oder aber – und das wird bevorzugt – ein «Plan A Minus», bei dem der Mantel des Stadions im Erdgeschoss wegfällt und ein einfaches, funktionales, ebenerdiges Stadion mit Tiefgarage gebaut wird.
Die Ansicht des neuen Fussballstadions von Osten.
Blick hinein: So soll das Stadion innen aussehen. Es soll Platz für 10'000 Zuschauer bieten.
Der Eingang ins Stadiongebäude heisst Stadtloggia
Ansicht von Westen.
Auf dem Torfeld Süd wird das neue Aarauer Fussballstadion gebaut. Bild vom 3. Juni 2016.
Das geplante Stadion und das Parkhaus dazu. Parkhaus an der Florastrasse 5, Rockwell Parkhaus aufgenommen am; 27.02.2015
Das alte Projekt lag 2009 öffentlich auf und wurde dann sistiert.
Das geplante Stadion im Quartier Torfeld-Süd - es wird vom Bahnhof Aarau in nur fünf Minuten erreichbar sein.
Auf dem Areal im Torfeld-Süd, wo das Stadion gebaut wird, fanden schon im November 2015 Abrissarbeiten statt.
Blick auf die Bauarbeiten auf dem Stadion-Areal aus anderer Perspektive. (November 2015)
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd

Bisher war man davon ausgegangen, dass das Stadion (mit Mantel) für 36 Millionen Franken zu haben wäre. Doch es fehlen 14 Mio. Franken.

Chris Iseli

«Noch günstiger bauen»

Für einige Diskussionen sorgen dürfte vor allem der 8-Mio.-Kredit, den laut den meinstadion.ch-Initianten die Stadion AG aufnehmen soll. Daniel Siegenthaler, der SP-Kandidat fürs Stadtpräsidium, schreibt auf Facebook: «Das Positive: Die Redimensionierung des Stadions, ein Plan ohne Mantelnutzung und ohne Querfinanzierung mit überdimensionierten Hochhäusern, die höhere private Mitfinanzierung.» Der höhere Beitrag des Kantons scheine realistisch zu sein. «Das Problem: Der Kredit von 8 Millionen der Stadion AG (die der Stadt gehört). Das erhöht das finanzielle Risiko für die Stadt und braucht eine Volksabstimmung. Ich sehe zwei Wege: Noch günstiger bauen (mit weniger Sitzplätzen) und höhere private Beiträge.»

Bereits einen Betrag gespendet

«Ich habe mich an der Crowdfunding-Aktion bereits mit einem Betrag beteiligt», verrät FDP-Kandidat Hanspeter Hilfiker. Der vorgestellte Plan sei ambitioniert. Die massvolle Reduktion des Stadions bei Beibehaltung des Super-League-Niveaus finde er sinnvoll. Und: «Ich gehe nicht davon aus, dass eine Volksabstimmung bei einem Bankkredit der Stadion AG notwendig ist, da sich diese selbst finanzieren kann.» Selbstverständlich werde es darum gehen, sicherzustellen, dass die Stadion AG ihren daraus erwachsenden Verpflichtungen nachkommen könne. «Man darf sich nicht der Illusion hingeben, dass ein Stadion auf Super-League-Niveau ‹günstig› zu bekommen ist», so Hilfiker.

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