Aarau
Visionen für Wohn- und Arbeitsräume in der Aarauer Telli

Auf dem Hangartner-Areal ist eine Überbauung mit Wohnungen und Verkaufslokalen geplant. Eine solch gemischte Raumplanungspolitik strebt nicht nur die Stadt Aarau, sondern auch der Kanton an. Dadurch werden Industrie- und Gewerbegebiete aufgewertet.

Barbara Vogt
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Unternehmer Kaspar Hangartner und seine Tochter Kathrin treten bei der Überbauung des Hangartner-Areals als Bauherren auf.

Unternehmer Kaspar Hangartner und seine Tochter Kathrin treten bei der Überbauung des Hangartner-Areals als Bauherren auf.

zvg

Der Weg der Planung für das besagte Gebiet ist ein spezieller: Bevor im Rahmen der Revision der Aarauer Nutzungsplan eine Umzonung des 2,8 Hektar grossen Areals stattfindet, spielen Stadt, Landbesitzer und Architekten mit Ideen und Visionen. Fünf Planer haben in einer Testplanung Modelle ausgearbeitet, wie eine gemischte Bebauung aussehen könnte. Anders als in einem Projektierungsprojekt seien die Architekten nicht anonym gewesen, sagte Raumplaner Werner Schibli an der Präsentation am Donnerstag. «Sie werden zwar für ihre Arbeit bezahlt, können aber mit keinem Folgeauftrag rechnen.»

Die Testplanung sei eine Form, um sich mit der Entwicklung des Hangartner-Areals zu befassen, so Stadtbaumeister Felix Fuchs. Die Lösungsvorschläge würden in die weitere Planung miteinbezogen. Die Revision der Bau- und Nutzungsordnung wird nach Abschluss erst einmal dem Einwohnerrat vorgelegt, erst dann kann der Stadtrat einen Gestaltungsplan erlassen.

Das Modell von Harry Gugger hat das Beurteilungsgremium am meisten überzeugt. Der Basler Architekt hat die Kunsthauserweiterung in Aarau realisiert. Deshalb kenne er auch die städtischen Verhältnisse, sagte Werner Schibli. Seine Arbeit weise viel Spielraum auf, insbesondere habe man die Möglichkeit, daran «herumzuschrüble»: Weil die Planung sich über einen langen Zeitraum erstrecke, wisse man nicht, wie sich der Markt entwickelt und ob die Nachfrage nach Wohnraum oder nach Gewerbe grösser sei.

Das Hangartner-Areal grenzt direkt an die Telliblöcke. Ohne diese zu konkurrenzieren, übernimmt Harry Gugger deren Strukturen. Der Wohntrakt sei auf verspielte Weise angeordnet worden, findet Schibli. Der nüchterne Gewerbetrakt an der Neumattstrasse könne mit einem weiteren Stock erweitert werden. Auch habe der Architekt den Grünraum der Telliüberbauung übernommen.

Kaspar Hangartner von der Hanimob AG bezeichnet Guggers Projekt als weise: «Es gibt keinen Verkehr zwischen Telli- und Hangartner-Areal. Die Zufahrt erfolgt über die Neumattstrasse. Die Hanimob wird bei einer Überbauung als Bauherrin auftreten. Laut Kaspar Hangartner wird die Realisierung aber nicht vor 2017 ins Auge gefasst, da ja erst noch die Umzonung des Areals vollzogen werden muss. Die gemischte Nutzung soll Raum für maximal 350 Wohnungen und Gewerbeflächen zwischen 15 000 und 20 000 Quadratmeter bieten. Momentan werden die Gebäude der Hanimob an rund 15 Gewerbetreibenden befristet vermietet, unter anderem an das Transportunternehmen Dreier. Wohnen und Arbeit auf einem Areal zu verbinden sei sinnvoll, sagte der Ur-Aarauer Kaspar Hangartner. «Neue Bewohner siedeln sich in Aarau an und das Gewerbe wird belebt.»

Das Land, das die Stadt Aarau als «Entwicklungsgebiete» bezeichnet, ist auf 19 Gebiete verteilt. Dazu gehört auch das Hangartner-Areal. In den nächsten Jahren soll in Aarau für rund 3000 Personen Wohnraum entstehen, der meiste davon in der Aarenau, im Torfeld Süd und im Trieschäcker in Rohr.

Die Modelle für die Hangartner-Überbauung sind vom 18. bis 20. Mai, zwischen 15 und 17 Uhr im Städtischen Werkhof an der Neumattstrasse Aarau ausgestellt. Am 12. Juni, zwischen 16 und 20 Uhr, und am 13. Juni, zwischen 9 und 13 Uhr, können sie im Gemeinschaftszentrum Telli besichtigt werden.

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