Aarau
Vier Webseiten – und was die Stadt alles anbietet

Drei Internetseiten kündeten bis jetzt Aarauer Events an. Nun kommt «heartbeat-aarau.ch» hinzu. Auf der schlicht gestalteten Internetseite findet sich, was Aarau an Freizeitbeschäftigung zu bieten hat, von Essen, Feiern, Freizeit bis Shopping.

Elia Diehl
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«Aarau braucht ein Portal, das alle Angebote zusammenträgt.» Rainer Demmler, heartbeat-aarau.ch

«Aarau braucht ein Portal, das alle Angebote zusammenträgt.» Rainer Demmler, heartbeat-aarau.ch

zvg

150 rote herzförmige Ballone zierten vorletzten Samstag das Geländer der Kettenbrücke in Aarau. Auf dem Zettel am Ballon ein Strichcode und ein Satz: «Scan mich und lass mich fliegen». Wer sein Handy zückte und der Aufforderung folgte, landete auf heartbeat-aarau.ch.

Auf der schlicht gestalteten Internetseite findet sich, was Aarau an Freizeitbeschäftigung zu bieten hat, von Essen, Feiern, Freizeit bis Shopping.

Wo gibts Flammkuchen, welche Läden haben offen, wo kann man feiern und trinken, Rollschuh laufen, tanzen, Kunst bestaunen oder bowlen? Ergänzt wird das Angebot durch einen Veranstaltungskalender.

Hinter der Werbeaktion und der Internetseite steckt Rainer Demmler und das Jungunternehmen indieLab GmbH aus Gipf-Oberfrick. Unzufrieden mit dem aktuellen Angebot begann der 28-Jährige, der selbst in Aarau lebt, Ende 2012 mit dem Projekt. Seit einem Monat ist die Seite nun online.

«Aarau braucht ein Portal, das alle Angebote, welche die Leute interessieren, kompakt zusammenträgt», sagt Demmler. Er mache es nicht, um Geld zu verdienen, derzeit sei es ein Minusgeschäft.

20 bis 35 Jahre alt sollte sein Zielpublikum sein, daher verliess sich Demmler bei der Auswahl der Kategorien und Inhalte auf sein eigenes Interesse als Stadtbewohner.

«Die Feedbacks zeigen, dass auch ältere Leute die Seite nutzen», sagt Rainer Demmler. An Wochenenden sind derzeit täglich rund 100 Leute auf der Seite, 50 Prozent davon mit dem Smartphone.

Die Nutzerfreundlichkeit ist für Rainer Demmler das Wichtigste. Die Informationen müssen schnell und unkompliziert abrufbar sein, insbesondere von unterwegs. Daher ist die Seite speziell für Smartphones optimiert.

«aarauinfo.ch beispielsweise ist mit dem Handy kaum nutzbar», so Demmler. Zu lange dauere es, bis die Information, ob Veranstaltung oder Ladenöffnungszeit, gefunden und geladen sei.

Bei «aarau info» ist man sich bewusst, dass die Webseite nicht dem modernsten Standard entspricht. Als Tourismusbüro sei der Onlineauftritt aber nicht ihr Kerngeschäft, erklärt Leiterin Esther Schmid.

Für den Verein, dessen Träger unter anderem die Einwohnergemeinde Aarau, der Gewerbeverband und der Verkehrsverein sind, sei «heartbeat-aarau» daher keine Konkurrenz.

«Wir sind mit den Nutzerzahlen sehr zufrieden», so Schmid. An der Webseite wolle man derzeit nichts ändern – könne man auch nicht, dazu fehle es an den nötigen Ressourcen. 2014 möchte «aarau info» allerdings mit der Stadt ein Projekt für eine Aarau-App realisieren.

«hearbeat-aarau» ist zwar neu, die Idee (und teils auch der Name) aber nicht. Seit fünf Jahren informiert Silvia Dell’Aquila via weloveaarau.ch darüber, wie und wo das Herz der Stadt Aarau pulsiert.

Dell’Aquila, DJane, Einwohnerrätin und Mitglied der Kulturkommission, erreicht mit ihrem wöchentlichen Newsletter knapp 1000 Abonnenten.

Per Mail und auf der Webseite stellt sie ausgewählte Veranstaltungen vor, Anspruch auf Vollständigkeit wie «heartbeat-aarau» hat sie nicht: «Ich empfehle Sachen, die auch ich machen würde», sagt die Aarauerin, vor allem auch kleinere und unbekanntere Veranstaltungen.

Es gehe um das Leben in Aarau und was hier passiere, deswegen auch der Untertitel der Seite «Our City’s Heartbeat» – der Herzschlag unserer Stadt.

Die neue Seite findet sie «eigentlich noch cool», denn es sei alles drauf. Ob es dieses Angebot brauche, müsse sich noch zeigen. Im Herbst plant Dell’Aquila einen Relaunch von «We Love Aarau» mit neuem Design und Logo.

Ihr Newsletter sei Stärke und Schwäche zugleich, da der Informationszyklus länger sei und ein Archiv fehle. Die neue Internetseite soll daher schlanker, aktueller und interaktiver werden, mit Fokus auf die Bereiche Kultur, Wohnen und Jobs – oder eben «das Leben in Aarau».

Die Kulturstelle Aarau sähe statt viele kleine und unvollständige lieber eine gute, vollumfängliche Aarauer Veranstaltungswebseite, wie die Leiterin Melanie Morgenegg mitteilt.

Derzeit arbeitet die Stadt ein neues Kulturkonzept aus, in dessen Rahmen Morgenegg alle Kulturbeteiligten an einen Tisch bringen möchte. Gemeinsam mit allen Veranstaltern sowie Anbietern wie «aarau info», «We Love Aarau», der Zeitschrift Q und dem Kulturmagazin Juli will man eine gute Lösung finden.

Morgenegg ist auch der Neuling «heartbeat-aarau» aufgefallen, und sie möchte Rainer Demmler ebenfalls in den Prozess einbeziehen.

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