Aus zwei mach drei: Auf dem Areal des bestehenden Doppelkindergartens im Scheibenschachen zwischen Kirchbergstrasse und Bündtenweg sollen drei neue Kindergärten gebaut werden. Das alte Gebäude aus dem Jahr 1946 soll abgebrochen werden. Grund für die Erweiterung sind steigende Schülerzahlen. 3,875 Millionen Franken beträgt der Baukredit, über den der Einwohnerrat gemäss Fahrplan am 19. Januar 2015 befinden wird. Am Donnerstagabend orientierten Stadt und Architekten, gut 30 interessierte Personen nahmen an der Veranstaltung teil.

Zu Beginn des Schuljahres 2016/2017 sollen die drei neuen Kindergärten stehen. Bis zu diesem Zeitpunkt lebt man mit Provisorien: Primarschule, Zwinglihaus. Die Luzerner Architekten André Murer und Urs Rölli, deren Projekt ausgewählt worden ist, stellten das Vorhaben vor.

Das Projekt nimmt das Konzept der bestehenden Schulanlagen mit Vor- und Rücksprüngen, Plätzen und Grünflächen auf. Konkret: Vorgesehen ist ein Doppelkindergarten und davon abgesetzt, aber mit einem gedeckten Korridor verbunden, ein dritter Kindergarten, der an die Turnhalle grenzt. Und dies auf dem gegebenen Grundstück. Die bestehende Hecke wird weitergezogen, als Abgrenzung und zur Sicherheit. Die Bäume bleiben stehen. Bei der Umgebungsgestaltung wird das Naturama einbezogen.

Aufstocken später möglich

Die Vorgabe der Stadt – Erweiterbarkeit um einen vierten Kindergarten – erfüllen die Architekten, indem eine Aufstockung möglich ist: Auf dem kleinen Baukörper liesse er sich errichten, während auf dem Doppelkindergarten die Einrichtung eines Hortes möglich wäre, sagen die Architekten. Jeder Kindergarten verfügt über Einbauküche, Klassenzimmer, Material- oder Gruppenraum, Nasszellen und Lehrerzimmer. Gebaut wird im Minergie-Eco-Standard: Starke Aussenwände, leichtere Wände bei der Inneneinteilung, was zukünftige Änderungen erleichtern würde. Ob sie schalldicht sind, wollte eine Kindergärtnerin wissen. Ja, beruhigte André Murer.

Eine andere Kindergärtnerin wollte wissen, warum man angesichts grosser Kinderzahlen – aktuell drei Klassen zu 22 Kindern – nicht gleich einen vierten Kindergarten baue. «Wir dürfen nicht auf Vorrat bauen», sagte die für Bildung und Jugend zuständige Stadträtin Franziska Graf. Schulpflegerin Barbara Dumont verwies auf Prognosen, die besagen, dass «langfristig kein vierter Kindergarten nötig» sei. Zumal auch noch mit 75 Kindern in drei Abteilungen unterrichtet werden müsste. Der Spielraum der Schulpflege sei da nicht gross. Die Verlegung des Eingangs zu den Kindergärten vom Bündtenweg an die Kirchbergstrasse wurde von Anwohnerseite kritisiert.

Urs Rölli verwies auf die grössere Vorfläche am neuen Ort und das Gebot, haushälterisch mit dem Boden umzugehen. Zudem sei bei einer Kreuzung und einem klar markierten Eingang die Aufmerksamkeit der Automobilisten grösser.

Ein Stadtratsentscheid aus dem Jahr 2011, der nun auch bei den neuen Kindergärten greift, passt vielen Anwohnern nicht: Wegen fehlender Spielflächen in Aarau seien Spielplätze von Kindergärten ausserhalb der Unterrichtszeiten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Marco Palmieri, Betriebs- und Unterhaltsplaner bei der Stadt, verwies auf diese Regelung: Die öffentliche Nutzung ist bis 22 Uhr erlaubt. Anwohner befürchten, dass in der Nacht Lärm gemacht, «gekifft und gesoffen» wird. Palmieris Tipp: «Bei Vorfällen das Fehlverhalten melden.» Auszuschliessen sei Vandalismus allerdings nicht.