Lange war die Bahnhofstrasse in Suhr aufgrund der Mega-Baustelle einseitig gesperrt. Seit Mitte Dezember 2018 können Verkehrsteilnehmer vom Bahnhof nun direkt in den neuen Kreisel beim Knoten Kreuz einfahren. Besser gesagt: Sie müssen. Mit der Freigabe der Ausfahrt in den Kreisverkehr trat beim Bahnhof das Einbahnregime in Kraft. Nur Velos, Motorräder und der Bus dürfen vom Migrolino her weiterhin auf die Bären-Kreuzung fahren. Mit dieser Regelung tun sich viele Autofahrer schwer. Bei einer Stichprobe der AZ kurz nach Mittag an einem Wochentag missachteten innert zehn Minuten sechs Autofahrer das Verbot. Die Repol ergreift jetzt Massnahmen.

«Eineinhalb Monate haben wir die Leute nur verwarnt. Seit Anfang letzter Woche verteilen wir Bussen», sagt Thomas Zbinden, Polizeichef der Repol Suret. Über 15 Autofahrer mussten in den vergangenen Tagen in die Taschen greifen. Der Verstoss kostet 100 Franken.

Die Reaktionen der Falschfahrer seien unterschiedlich. «Viele fragen, ob die Einbahn tatsächlich auch für sie gelte», sagt der Repol-Chef. Andere gäben an, das Verbotsschild nicht gesehen zu haben. Ein Grund, den Thomas Zbinden nicht gelten lässt. «Klar ist die Strasse an besagter Stelle jahrelang beidseitig befahrbar gewesen, doch die neue Beschilderung ist unmissverständlich.» Um noch mehr auf den Einbahnverkehr aufmerksam zu machen, hat die Regionalpolizei die Situation vor einigen Tagen mit einem zusätzlichen roten «Einfahrt verboten»-Schild auf Höhe der Aargauischen Kantonalbank ausgewiesen.

Insgesamt weisen nun fünf Schilder auf die Verkehrssituation hin: drei blaue «Einbahn»-Tafeln bei der Einfahrt und in Richtung Kreisel und zwei «Einfahrt verboten»-Schilder in entgegengesetzter Richtung. Ein Pfeil mit der Aufschrift «Ausfahrt» signalisiert die richtige Fahrtrichtung zusätzlich.

Spielt Ampel eine Rolle?

Nebst der Gewohnheit könnte auch das Lichtsignal eine Rolle dabei spielen, dass die Situation an der Bären-Kreuzung für viele nicht klar zu sein scheint. Obwohl die Durchfahrt verboten ist, schaltet die Ampel regelmässig auf Grün – und zwar nicht nur dann, wenn vom Busfahrer explizit gefordert. Das liege daran, dass es sich noch um ein provisorisches Lichtsignal handelt, sagt Thomas Zbinden. Wie die definitive Lösung aussieht, ist noch unklar. «Eventuell kann man statt einer Ampel separate Lichtsignale für die Velos und den Bus installieren», sagt der Repol-Chef.

Ausser dem Einbahn-Schild hängt bei der Bahnhofseinfahrt auch eine Fahrverbotstafel. Nur Zubringer dürfen zum Bahnhof und damit den verschiedenen Gastronomiebetrieben, der Kantonalbank und dem Migrolino zufahren. Seit die Bahnhofstrasse wieder beidseitig geöffnet sei, hätten einige Autofahrer versucht, den Stau der Mega-Baustelle über den Banhof zu umfahren. Auch das ist verboten. Dass die Durchfahrt untersagt ist und nur Zubringer zum Bahnhof fahren dürfen, sei aber nicht neu, sagt der Repol-Chef. «Die Regel gilt schon seit Jahren.»