Aarau
Viele Könige im Kuchen gibts nur auf Bestellung

Bäckermeister Antonio Graci von der Bäckerei Rehra am Bahnhof in Aarau bereitete gestern rund 70 Dreikönigskuchen vor und zeigte der Festtagsreporterin, warum der König nie in der Mitte ist.

Irena Jurinak
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Zuerst werden in der Backstube des Rehrabeck am Bahnhof in Aarau die Königinnen und Könige ausgepackt
10 Bilder
Bäckermeister Antonio Graci kontrolliert den Teig in der Rührmaschine
Zum Schluss werden Rosinen untergerührt
45 Kilogramm fertiger Königskuchen-Teig
Antonio Graci misst die richtige Teigmenge ab
So wird der Dreikönigskuchen der Bäckerei Rehra gemacht
Eine Maschine macht aus dem Teig gleichmässige kleine Stücke
Aus den kleinen Teigstücken werden anschliessend die Dreikönigskuchen geformt
Antonio Graci knetet Könige in die Stücke
In knapp anderthalb Stunden entstehen rund 70 Königskuchen

Zuerst werden in der Backstube des Rehrabeck am Bahnhof in Aarau die Königinnen und Könige ausgepackt

AZ

In der Backstube herrscht Gleichberechtigung: In den Dreikönigskuchen der Bäckerei Rehra am Bahnhof in Aarau sind gleich viele Königinnen wie Könige versteckt. Wie die Königskuchen entstehen und warum der König nie in der Mitte steckt, zeigten Bäckermeister Antonio Graci und seine Mitarbeiter gestern der az-Festtagsreporterin. Am 5. Januar - und am 5. Dezember - haben die Bäcker viel zu tun.

Innerhalb von knapp eineinhalb Stunden entstanden gestern rund 70 Königskuchen. Gebacken wurden sie erst heute frühmorgens, damit sie am Dreikönigstag ganz frisch auf den Tisch kommen.

Königskuchen sind Massarbeit

Rund 45 Kilogramm Teig rührte Antonio Graci gestern an - Mehl, Zucker, Hefe, Milch, Eigelb, Butter und Mandelmasse gehören hinein. Zum Schluss fügte der Bäckermeister die Rosinen hinzu.

Dann landet der riesige Teigklumpen auf dem Arbeitstisch und Graci misst mit der Waage gleich grosse Stücke ab. Zuvor hat er mit einem Taschenrechner ausgerechnet, wie schwer die Teigstücke sein müssen. Eine Maschine formt daraus wiederum gleichmässige kleine Stücke. Für die Mitte der Königskuchen knetet Antonio Graci zwei dieser Stücke zusammen und platziert sie auf dem Backblech.

Anschliessend steckt er Königinnen und Könige in die Stücke, dreht die Stücke ein paar Mal in den Händen und schon sind die Figuren im Teig verschwunden. «Dass in einem Kuchen zwei Könige versteckt sind, passiert nie», sagt er, «es geschieht eher, dass gar keiner drin ist.»

Ein «Königsstückchen» wird an jede Mitte gesetzt, erst danach drapieren Graci und sein Mitarbeiter die restlichen Stücke ohne König zu einem Kranz mit 6, 8 oder 12 Teilen.

Mehr Könige nur auf Bestellung

Nur auf Bestellung backt Antonio Graci auch Königskuchen mit Figuren in allen Kuchenstücken - oder mit einem König in der Mitte.

Die vorbereiteten Kuchen werden kühlgestellt. Heute Morgen um 3 Uhr stand Antonio Graci bereits wieder in der Backstube, um die mit Eigelb bestrichenen Königskuchen zu backen und mit Mandelblättchen zu bestreuen. Nun weiss auch er nicht mehr, in welchem Kuchenstück der König steckt.