Aarau

Viele Ideen für das «Filetstück» Kasernenareal

Das Kasernenareal im Herzen Aaraus.

Das Kasernenareal im Herzen Aaraus.

Bei der künftigen Nutzung des Kasernenareals sollen die Aarauer etwas mitzureden haben. Am Dienstagabend fand deshalb ein Mitwirkunsforum statt, dessen Resultate in ein Leitbild einfliessen sollen.

Das Kasernenareal ist fast so gross wie die Altstadt.

Das Kasernenareal ist fast so gross wie die Altstadt.

Auf das Kasernengelände schielen die Aarauer schon lange. Ein Areal an bester Lage zwischen Bahnhof und Altstadt, fast so gross wie Letztere – und für die Bevölkerung grösstenteils nicht zugänglich. Ärgerlich, aber im Moment nicht zu ändern: Das Kasernenareal gehört dem Kanton, und dieser hat bis 2030 einen Waffenplatzvertrag mit dem Bund. Aber danach soll die militärische Nutzung des Areals nicht mehr im Vordergrund steht – was im Übrigen nicht heisst, dass es keine mehr geben wird –, und darauf wollen Kanton und Stadt vorbereitet sein.

Ein «Letter of Intent» hält fest, dass man die Zukunft des «Filetstücks», wie alt Stadtbaumeister Felix Fuchs das Kasernenareal mit seinem riesigen Potenzial gerne bezeichnet, gemeinsam planen will. Und weil eine breite Abstützung an der Basis für eine Arealentwicklung wichtig ist – und das Volk mitunter sehr gute Ideen hat – , lud die Stadt am Dienstagabend zum ersten von zwei öffentlichen Foren, in denen das Leitbild entworfen werden soll. Rund 120 Teilnehmende - Vertreter aus Gewerbe, Behörden, Kultur oder Nachbargemeinden – brachten ihre Visionen und Wünsche ein.

Zwischennutzung ermöglichen

Die Aarauer haben klare, wenn auch wenig überraschende Vorstellungen davon, wie das Kasernenareal künftig aussehen soll. Einig waren sie sich darin, dass das Areal möglichst durchlässig sein soll. «Gut durchwegt», brachte es jemand auf den Punkt – aber auf Langsamverkehr ausgelegt. Zudem wurde vielfach der Wunsch nach einer Piazza geäussert, ein zentraler Platz für Begegnungen. Wichtig fanden die Teilnehmenden, dass das Areal nicht «auf einen Chlapf» umgenutzt wird, sondern schon in den nächsten Jahren sukzessive für Zwischennutzungen zur Verfügung steht. Und am Ende soll nicht etwa ein reines Geschäftsviertel entstehen, sondern eine Mischnutzung für Wohnen, Gewerbe oder Kultur, möglicherweise mit Hochhäusern. Eine grosse Anzahl der Teilnehmer sprach sich dafür aus, dass nicht nur wertschöpfungsintensive Nutzung ermöglicht werden soll, sondern eben auch nicht-kommerzielle. Auch soll das Kasernenareal etwas für alle Generationen bieten, so wurden eine Kita und Alterswohnungen erwähnt.

Den grössten Applaus erhielt ein Mann ausländischer Herkunft, der den Abend damit verbracht hatte, seine Vision des künftigen Kasernenareals zu skizzieren. Auf Englisch erklärte er, er wünsche sich einen Ort der Begegnung und Integration für verschiedene Kulturen, eine Art Ess- und Handwerker-Markt.

Ab 2018 werden die Gebäude 1, 11, und 5 sowie die Turnhalle (10) für das Rekrutierungszentrum gebraucht. In 74 bis 78 Rekrutierungszyklen pro Jahr werden sie von insgesamt 11'000 Stellungspflichtigen besucht. Die Gebäude 12, 9 und 6 werden vom Kommando Militärmusik genutzt, das seit 100 Jahren in Aarau angesiedelt ist und Marschmusikproben auf dem Kasernenplatz abhält. Ebenfalls ab 2018 werden die Gebäude 2 und 5 für die Territorialdivision 2 genutzt, die für die Führung und Koordination territorialer Aufgaben und Einsätze zuständig ist. Der Perimeterschutz (nicht öffentlich zugänglich) umfasst die Gebäude 1, 2, 5, 6 und 10, inklusive Innenhof. Im Gebäude 8 sind die Finanzkontrolle und die Kantonspolizei untergebracht, in Nummer 7 (Reithalle und Nebengebäude) Schule und Kulturbetrieb. Unter Denkmalschutz stehen lediglich das Amtshaus (3), das Bezirksgericht (4) und das General-Herzog-Haus (11). Die Eigentumsverhältnisse sehen so aus: Der Stadt Aarau gehört nur die Parzelle mit Amtshaus und Bezirksgericht (3 und 4), dem Bund (Armasuisse) die angrenzende Parzelle mit den Gebäuden 2 und 5. Die unnummerierte Häuserzeile entlang dem rechten Bildrand gehört Privaten, der Rest des Areals dem Kanton.

Kasernenareal Aarau

Ab 2018 werden die Gebäude 1, 11, und 5 sowie die Turnhalle (10) für das Rekrutierungszentrum gebraucht. In 74 bis 78 Rekrutierungszyklen pro Jahr werden sie von insgesamt 11'000 Stellungspflichtigen besucht. Die Gebäude 12, 9 und 6 werden vom Kommando Militärmusik genutzt, das seit 100 Jahren in Aarau angesiedelt ist und Marschmusikproben auf dem Kasernenplatz abhält. Ebenfalls ab 2018 werden die Gebäude 2 und 5 für die Territorialdivision 2 genutzt, die für die Führung und Koordination territorialer Aufgaben und Einsätze zuständig ist. Der Perimeterschutz (nicht öffentlich zugänglich) umfasst die Gebäude 1, 2, 5, 6 und 10, inklusive Innenhof. Im Gebäude 8 sind die Finanzkontrolle und die Kantonspolizei untergebracht, in Nummer 7 (Reithalle und Nebengebäude) Schule und Kulturbetrieb. Unter Denkmalschutz stehen lediglich das Amtshaus (3), das Bezirksgericht (4) und das General-Herzog-Haus (11). Die Eigentumsverhältnisse sehen so aus: Der Stadt Aarau gehört nur die Parzelle mit Amtshaus und Bezirksgericht (3 und 4), dem Bund (Armasuisse) die angrenzende Parzelle mit den Gebäuden 2 und 5. Die unnummerierte Häuserzeile entlang dem rechten Bildrand gehört Privaten, der Rest des Areals dem Kanton. 

Drei Gebäude denkmalgeschützt

Bei der Arealentwicklung müssen die Planer auf den Denkmalschutz Rücksicht nehmen. Doch dieser betrifft gar nicht so viele Gebäude, wie man vermuten könnte. Denkmalgeschützt sind laut Kurt Schneider, Leiter Stadtentwicklung, lediglich drei Gebäude im Arealperimeter: das Amtshaus und das Bezirksgerichtsgebäude sowie das General-Herzog-Haus, in welchem sich auch das Restaurant Viva befindet. Die anderen Gebäude, inklusive Kaserne (im Bild: 1), Reithalle (7) oder «Trompeterhaus» (6), dürfte man abreissen. Theoretisch. «Dass die Gebäude nicht denkmalgeschützt sind, heisst nicht, dass sie verschwinden sollen», betont Kurt Schneider. «Es handelt sich um historisch bedeutende Bauten, welche auch die Einzigartigkeit des Areals ausmachen.» Da sei es unter Umständen wünschenswerter, sie in die neue Arealgestaltung zu integrieren, anstatt sie abzureissen.

Am nächsten «Forum Kasernenareal», am 24. August, wird das Leitbild vorgestellt. Auf dessen Grundlage werden ein städtebauliches Gesamtkonzept und ein Masterplan entwickelt. Erst dann wird der Nutzungs- und Gestaltungsplan der Kaserne abgeändert. «Der Weg scheint aber länger, als er ist», betonte Stadtpräsidentin Jolanda Urech, «die Zeit läuft schnell».

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