«Bis am Tag des Rüeblimärts um acht Uhr morgens habe ich nicht viel zu lachen», sagt Ernst Lässer, Gemüsebauer aus dem Uerkental. Und lacht trotzdem. Seit mehr als einer Woche erntet Lässer auf seinen Feldern rund um den Hof Karotten: Sie tragen klingende Namen wie Naopli und Bolero – auch gelbe Pfälzerrüebli und Küttiger Rüebli zieht Lässer aus der Erde und bemerkt: «Das Jahr 2010 ist ein durchschnittliches Rüeblijahr.» Am Ende wird er schätzungsweise sechs Tonnen Rüebli geerntet haben.

Für die Ernte, zu der auch das Waschen des Wurzelgemüses gehört, hat der Bauer extra zwei Personen zusätzlich angestellt: Und trotzdem hat er Stress: «Mein Arbeitstag beginnt derzeit um fünf Uhr morgens und endet erst um neun Uhr abends», so Lässer.

Besucher besuchen Markt früh

Seit 29 Jahren findet jeweils am ersten Mittwoch im November in der Kantonshauptstadt rund um den Graben der Rüeblimärt statt.

Von Anfang an dabei ist der Vater von Ernst Lässer. Dieser wird auch dieses Jahr einen Wagen mit Karotten und anderem Gemüse dekorieren und damit am kommenden Mittwoch nach Aarau fahren.

Am Rüeblimärt in Aarau wird der Senior gemeinsam mit dem Junior Ernst Lässer an einem 10-Meter-Stand Rüebli verkaufen.

Der Tag beginnt für die Lässers am 3. November schon um vier Uhr morgens – um fünf Uhr wolle man in Aarau sein. Denn: «Immer mehr Besucher kommen richtig früh an der Rüeblimärt», so Lässer.

Cars aus dem Wallis

Lässer weiss aus Erfahrung, dass viele Besucher bei ihm am Stand zwei bis drei Sorten zum Probieren kaufen werden. Die Zeiten, als Kunden noch bis zu 20 Kilogramm Karotten auf einmal posteten, und sie zu Hause im Keller lagerten, seien vorbei. Dafür käme nicht selten jemand später auf dem Hof vorbei und würde hier Rüebli posten.

Der Rüeblimärt ist äusserst beliebt und Besucher fahren mit Cars sogar aus dem Wallis nach Aarau. 140 Marktfahrer haben sich angemeldet. Lässer schätzt, dass er für 6000 Franken Rüebli verkaufen wird.

Viel Geld bleibt am Ende aber doch nicht übrig. Auch weil er für den Stand weitere Personen angestellt hat. «Mit meinem Stand mache ich also vor allem Werbung.»

Er freut sich: Ab acht Uhr morgens am kommendem Mittwoch werde auch er den Rüeblimärt geniessen können. «Ich werde dann mit Vergnügen über den Markt gehen und schauen, was die Konkurrenz so macht.» Sagt es – und lacht wieder.