Buchs
Verzierungen aus Knochen und tausendjährige Schlüssel

Am Sonntag beginnt im Dorfmuseum Buchs die neue Sonderausstellung «antike Möbelbeschläge - von der Gotik bis heute». Die Vernissage beginnt um 14 Uhr. Nebst den antiken Möbelbeschlägen werden ausserdem alte Schlüssel und Schlösser gezeigt.

Marina Bertoldi
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«Das ist unser Weltmeister.» Josef Albisser zeigt einen übergrossen Schlüssel

«Das ist unser Weltmeister.» Josef Albisser zeigt einen übergrossen Schlüssel

«Die Fenster müssen noch geputzt werden», sagt Josef Albisser vom Buchser Dorfmuseum. Ansonsten ist die Sonderausstellung fertig. Ab morgen Sonntag kann man hier direkt unter dem Dach antike Möbelbeschläge bestaunen. «Zwei Kollegen, beide Sammler, hatten die Idee für diese Ausstellung.» Gezeigt werden Stücke aus den Sammlungen der Firmen AE-Beschläge GmbH Franz Dörig aus Oftringen und Niederöst AG aus Aarburg.

«Es ist eine eher schwierige Ausstellung», stellt Peter Schmid fest. Er hat beim Auslegen der Ausstellungsstücke geholfen. Auch Josef Albisser gibt zu, dass er noch nicht erkennt, ob es sich um einen barocken Beschlag oder einen aus dem Klassizismus handelt. Deshalb wurde alles fein säuberlich mit Epoche und Machart beschriftet.

So sieht man in den Vitrinen des Dorfmuseums massiv gegossene Türklopfer, Hand ziselierte Schubladenknaufe und aus Knochen gesägte Schlüsselloch-Verzierungen. Ausserdem sind handgeschmiedete Schlösser und Schlüssel im ehemaligen Untervogthaus zu sehen. Sie wurden von Bekannten der Initianten beigesteuert. «Viele dieser Schlüssel wurden wahrscheinlich irgendwann verloren und lagen hunderte von Jahren in der Erde», sagt Josef Albisser. Auch das älteste Ausstellungsstück findet sich unter der Glasabdeckung: ein Schlüssel aus dem 11. Jahrhundert.

Doch wer denkt, was man an der Sonderausstellung bestaunen kann, sei verstaubt und nicht mehr zu gebrauchen, irrt. «Erst letztens habe ich eine neue Holztür gesehen, die mit solchen Beschlägen versehen worden ist», sagt Josef Albisser und zeigt auf ein antikes Scharnier. Viele Beschläge würden noch heute hergestellt und auch die Schlösser funktionieren noch alle. «Man darf nur den Schlüssel nicht verlieren.»

Die Ausstellung beginnt am Sonntag um 14 Uhr. Mit einem Apéro und kurzen Referaten wird die Vernissage eröffnet. Auch Vizepräsident Hansruedi Werder wird eine Rede halten. Danach ist die Ausstellung bis zum 10. Dezember jeden ersten und letzten Sonntag offen. Fachleute bieten Führungen an und stellen ihre Sammelstücke vor. Der Eintritt ist kostenlos. «Wir rechnen bei der Vernissage mit 20-30 Personen. Es dürfen auch mehr sein.»

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