Seit dem Ja des Aarauer Einwohnerrats zu den beiden Stadion-Vorlagen am Montagabend ist der Bau einer neuen FC-Aarau-Sportstätte im Torfeld Süd wieder etwas näher gerückt. Das freut ganz besonders jene 2033 Personen, die im Rahmen der Sammelaktion «Meinstadion.ch» (zwischen November 2017 und Juli 2018) Geld gespendet haben.

Die Beträge bewegen sich im Rahmen von 80 Rappen bis 75 000 Franken. Spenden ab 100 Franken seien steuerlich abzugsfähig, hiess es stets vonseiten «Meinstadion.ch». «Alle Spenden sind als Schenkung an die Stadt Aarau ausgestaltet und mit der Auflage verbunden, dass die gespendeten Gelder für den Bau des Stadions zu verwenden sind», schrieb die GmbH in einer Mitteilung.

Ein FC-Aarau-Fan, der schon ganz am Anfang der Spendenaktion im November 2017 seine 200 Franken einzahlte und das auf der Steuererklärung 2017 entsprechend als «Zuwendung» deklarierte, musste jedoch erstaunt feststellen, dass das Steueramt der Stadt Aarau den Abzug ablehnte. «Meinstadion gemäss kantonalem Steueramt nicht abzugsberechtigt, da Crowdfunding», hiess es kurz und knapp in der definitiven Steuerveranlagung, die der Fan diesen Frühsommer erhalten hat.

Das Aarauer Stadion-Projekt in Bildern:

Michael Hunziker, Präsident von «Meinstadion.ch», hat von der Problematik auch gehört. Er verweist jedoch auf ein Schreiben des Vorstehers des Kantonalen Steueramts vom Juni 2018. Darin wird «Meinstadion.ch» tatsächlich beschieden, dass die steuerliche Abzugsfähigkeit gegeben ist – aber: Erst, wenn ein positiver Volksentscheid vorliegt. Also erst, wenn die Aarauerinnen und Aarauer am 24. November Ja gesagt haben zum Stadion und der Entscheid rechtskräftig wird.

Das wäre dann (allfällige Abstimmungsbeschwerden beiseitegelassen) in der Steuererklärung für 2019. Bei einem Volks-Nein würden die Spendenbeträge (ab 50 Franken) wieder an die Spender zurückbezahlt und könnten dann natürlich nicht steuerlich abgezogen werden.

Es ist also korrekt, dass das Aarauer Steueramt für die Jahre 2017 und 2018 den Abzug nicht zulässt – die Begründung «nicht abzugsberechtigt, da Crowdfunding» stimmt aber nicht. Das bestätigt nun auch das städtische Steueramt auf Anfrage.

Und: «Es ist den Spendern zu raten, dass sie die Belege über die getätigten ‹Spenden› aufbewahren und sobald das Geld definitiv via Einwohnergemeinde dem Stadion zukommt, den Abzug in der entsprechenden Steuerperiode geltend machen.»

Aarauer Stadion-Entscheid im Einwohnerrat – die Demo der FC-Aarau-Familie: