Schnelles Urteil
Verwaltungsgericht bestätigt Baubewilligung für FC-Aarau-Stadion

Das Verwaltungsgericht hat die Beschwerde gegen die Baubewilligung für das Fussballstadion Aarau abgewiesen. Die rechtlichen Vorgaben seien allesamt erfüllt. Der Beschwerdeführer kann das Urteil jedoch noch vor Bundesgericht anfechten.

Sabine Kuster
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Das neue Stadion für den FC Aarau soll 10'000 Zuschauern Platz bieten.
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Blick hinein: So soll das Stadion innen aussehen.
Das geplante Aarauer Stadion im Quartier Torfeld-Süd – es wäre vom Bahnhof Aarau in nur fünf Minuten erreichbar.
Der Eingang ins Stadiongebäude heisst Stadtloggia
So sieht das neue Aarauer Fussballstadion aus
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Das alte Projekt lag 2009 öffentlich auf und wurde dann sistiert.

Das neue Stadion für den FC Aarau soll 10'000 Zuschauern Platz bieten.

ZVG

Die Gesetzesmühlen haben mit ein paar Umdrehungen schneller gemahlen und so liegt das Urteil des Verwaltungsgerichtes bereits nach sechs Monaten vor. Der Fall des Aarauer Stadions hat auch in den Augen des Verwaltungsgerichts «grosse Bedeutung», wie Nicole Payllier, Leiterin Kommunikation, bestätigt: «Die Beschwerde wurde prioritär behandelt.»

Ob Verkehrslärm auf der Quartierstrasse, Sportartikelverkaufsfläche im Stadion-Mantel oder die Nutzung eines Multiplexkinos – die Richter des Verwaltungsgerichtes sehen keinen Grund für eine berechtigte Rüge und weisen die Beschwerde bis auf einen Punkt ab.

Der Aarauer Stadtrat reagierte auf den Entscheid mit Freude, wie er schreibt. Der Bau des Fussballstadions rücke damit einen Schritt näher und man danke für den raschen Entscheid. Der Stadtrat appelliert erneut an den Beschwerdeführer, den Entscheid zu akzeptieren und auf eine Beschwerde vor Bundesgericht zu verzichten.

Dies ist jedoch bezüglich eines Vorentscheides schon geschehen. Am 30. März hatte das Verwaltungsgericht drei Voranfragen behandelt. Es ging darum, ob ein Richter voreingenommen war, ob die Beschwerde aufschiebende Wirkung habe und ob der Beschwerdeführer unentgeltliche Rechtspflege bekomme.

Den Zwischenentscheid hat der Beschwerdeführer am 29. Mai bereits an Bundesgericht weitergezogen. Obwohl das Urteil aus Lausanne noch hängig ist, hat das Verwaltungsgericht nun die übrigen Beschwerdepunkte behandelt.

Weniger Entschädigung

Nur bezüglich der Anwaltskosten bekommt der Beschwerdeführer teilweise recht. Das Gericht reduziert die Summe, welche der Anwohner für das Verfahren vor dem Regierungsrat an die Gegenparteien bezahlen muss, um rund die Hälfte. 40 000 Franken hätte laut Regierungsrat Bauherrin HRS bekommen, 33 700 die Stadt Aarau.

Diese Entschädigungen erwiesen sich als «klar zu hoch», schreibt das Verwaltungsgericht. Es reduziert die Beträge um rund die Hälfte auf 17 600 bzw. 18 000 Franken. Bereits der Regierungsrat hat die Parteientschädigung von 100 000 Franken um rund 60 % reduziert, weil zwischen dem hohen Streitwert des Stadions (10 % der 145 Mio. Baukosten) und dem tatsächlichen Aufwand ein Missverhältnis bestehe.

Der Ermessensspielraum für die Entschädigung der Anwaltskosten der Gegenparteien liegt laut Anwaltstarif zwischen 20 000 und 100 000 Franken. Nun liegt die Entschädigung unter den 20 000 Franken, weil das Verwaltungsgericht erstens befand, der Aufwand und die Schwierigkeit des Verfahrens seien nicht mittel, sondern gering und zweitens zwischen dem Entschädigungsansatz und der tatsächlich geleisteten Arbeit immer noch ein Missverhältnis bestehe. Das Gericht griff auf eine Spezialbestimmung zurück, die eine solche weitere Reduktion erlaubt.

Endkosten noch nicht klar

Wie teuer den Beschwerdeführer das Verfahren vor Verwaltungsgericht kommt, ist noch nicht klar. Das wurde noch nicht entschieden, da das Bundesgericht zuerst die Frage der unentgeltlichen Rechtspflege klären muss, die der Beschwerdeführer am 29. Mai weitergezogen hatte.

Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
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Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd
Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd

Modell des geplanten Aarauer Fussballstadions im Torfeld Süd

Alex Spichale

Zu erwarten ist, dass er auch das jetzige Urteil ans Bundesgericht weiterzieht. Die Behandlung der Aarauer Stadion-Frage dürfte in Lausanne allerdings nicht prioritär behandelt werden, weshalb von einer längeren Wartezeit auszugehen ist, bis das allerletzte Wort im Rechtsstreit ums neue Fussballstadion gefällt ist.

Vor Bundesgericht keine aufschiebende Wirkung

Nicht bekannt war bisher, dass sich das Bundesgericht in einem Aspekt schon zum Aarauer Stadion-Verfahren geäussert hat: Der Beschwerdeführer hatte beantragt, dass sein Anfechten des Zwischenentscheids aufschiebende Wirkung haben soll. In der Regel haben Verfahren vor Bundesgericht dies nicht. Das Bundesgericht lehnte dies am 23. Juli ab. Weil es sich dabei nur um den Zwischenentscheid handelte, war es nicht von Belang. Doch wenn der Beschwerdeführer nun mit dem Schlussentscheid vor Bundesgericht geht und die aufschiebende Wirkung vom Bundesgericht wieder nicht gewährt wird, kann theoretisch mit dem Bau des Stadions begonnen werden. In der Praxis ist ein Bauherr damit vorsichtig, weil das Bundesgericht den Bauherr zu Änderungen im Bauvorhaben verpflichten könnte, deren nachträgliche Umsetzung teuer wäre. (kus)

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