FC Aarau Frauen

«Verunsicherungen, Lügen, Manipulationen»: Bei den FCA-Frauen hängt der Haussegen schief

Bei den FCA-Frauen knallt es derzeit ordentlich. Machtspielereien sorgen für Knatsch.

Bei den FCA-Frauen knallt es derzeit ordentlich. Machtspielereien sorgen für Knatsch.

Vor dem Showdown am kommenden Montag an einer ausserordentlichen Vereinsversammlung melden sich die Elitespielerinnen zu Wort. Nach dem Abgang des Trainerduos ist die Rede von Lügen, Manipulationen und finanziellen Problemen. Das Vertrauen in die Vereinsleitung ist weg.

Es ist noch nicht lange her, da hatten die «FC Aarau Frauen» Kultcharakter. Sie spielten in der NLA (2017/18), es wurde ihnen in Aussicht gestellt, sie könnten dereinst im neuen Stadion spielen und auf den geplanten Kunstrasen in Rohr trainieren. Trotz des Frauenfussball-Booms ist es aktuell etwas ruhig geworden um die «FC Aarau Frauen». Sie waren auf Platz 2 der NLB, als die Saison coronabedingt abgebrochen wurde.

Da hatte das Trainerduo Guerino Luongo und Vincenzo Azzarito den Klub bereits Knall auf Fall verlassen. Und viele, auch die Elitespielerinnen, waren weniger mit dem Sport als mit dem Verein beschäftigt. Es geht um Personen, Geld und Macht. Am nächsten Montag kommt es zum Showdown. An einer ausserordentlichen Vereinsversammlung muss zwischen den Konzepten «Cooler Name AG» und «FC Aarau Familie» entschieden werden. Der aktuelle Vorstand (vier Personen) hat seinen Rücktritt erklärt.

In dieser Situation meldete sich jetzt das Eliteteam zu Wort. Die Rede ist von «ungelösten zwischenmenschlichen Problemen», «wiederholten endlosen und kontraproduktiven Gesprächen», «Schönredereien, Verunsicherungen, Lügen, Manipulationen». Aber auch von «finanziellen Problemen».

Annäherung an die «FC Aarau AG»?

Den eigenständigen Verein «FC Aarau Frauen» gibt es erst seit dem Sommer 2017. Vorher waren die Frauen Teil des «FC Aarau 1902». Wenig Berührungspunkte gab es bisher mit der «FC Aarau AG» (Präsident Philipp Bonorand). Die Verfechter des Konzepts «FC Aarau Familie» (der aktuelle Vorstand) suchen eine Annäherung an die «FC Aarau AG». Mehr als lose Gespräche gab es aber nicht.

Der Verein «FC Aarau Frauen» hat knapp 100 aktive Spielerinnen (U15 bis Elite) und ein Jahresbudget von etwa 300 000 Franken. Davon sind 75 Prozent Lohnkosten und Spesen. So ist etwa der Sportkoordinator An­dreas Zürcher zu 100 Prozent angestellt. Er gehört auch dem Vorstand an, der von seinem Schwager Michel Schauenberg präsidiert wird.

Das Vertrauen der Eliteteams in die Vereinsleitung ist nicht mehr da. Es sei «im Nu verflogen», heisst es in der Medienmitteilung. «Immer deutlicher wurden die Anzeichen, dass in diesem Verein vermeintlich heimlich politische Machtspiele betrieben werden.» Und: «Es scheint, als würde der fussballerische Erfolg längst nicht mehr erste Priorität bei der Vereinsleitung haben, vielmehr geht es ihr darum, in unseriöser Weise selbst Profit aus diesem Geschäft zu schlagen.»

Ein Konzept hat Sponsor und Vorstandsmitglieder

Der Verein hat nicht nur einen Vorstand, sondern auch den «Sponsorenclub 2015». Aushängeschilder sind Willy Wenger und Walter Berli.

Diese beiden stehen hinter dem Konzept «Cooler Name AG». Sie sind überzeugt, dass sich die «FC Aarau Frauen» längerfristig nur finanzieren lassen, wenn sie in die NLA aufsteigen. Wenger und Berli wollen sich in den Vorstand wählen lassen. Sie haben zudem die Unterstützung eines potenziellen Hauptsponsors – und des Eliteteams.

Dieses wirft der aktuellen Vereinsleitung vor, sie habe «mit unterschiedlichsten Verzögerungstaktiken» versucht, die ausserordentliche GV zu vermeiden. «Nun sind alle gespannt, ob und wie es mit dem ‹FC Aarau Frauen› in Zukunft weitergeht», schreiben die Spielerinnen. (uhg)

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