Aarau

Verstösst der Stadtrat gegen seine eigenen Förderrichtlinien?

So soll die neue Keba mit dem modernen Vorbau aussehen. (zvg)

So soll die neue Keba mit dem modernen Vorbau aussehen. (zvg)

Die Einwohnerratsfraktion Grüne/Jetzt! hinterfragt den Millionenkredit für die Fussballinfrastruktur bei der Keba. Sie will den FC Aarau bei der Fussballtrainings-Infrastruktur in die Pflicht nehmen.

Die Fraktion Grüne/Jetzt! im Einwohnerrat Aarau gibt nicht auf. Als das Parlament Ende Februar den 17-Millionen-Kredit für die Sanierung der Kunsteisbahn (Keba) bewilligte, unterlag ein Antrag, der FC Aarau (FCA) solle sich am Neubau von Trainingsplätzen und Garderoben beteiligen. Die Anpassung der benachbarten Fussballfelder ist nötig, weil das Keba-Aussenfeld umplatziert wird. Und mit dem Stadion Brügglifeld verschwinden dereinst auch die Umkleidekabinen für Tschütteler.

Jetzt werfen Grüne und Jetzt! dem Stadtrat vor, gegen seine eigenen Förderrichtlinien für Sportvereine zu verstossen. Nur Stunden vor besagter Keba-Einwohnerratssitzung verabschiedete der Stadtrat das sogenannte Sportkonzept, in dem zwischen öffentlichen und Vereinssportanlagen unterschieden wird. Vereinsanlagen können mit maximal einem Drittel der Bausumme subventioniert werden. Und für Grüne/Jetzt! ist die Fussballtrainings-Infrastruktur eine FCA-Anlage. Deshalb auch der Antrag, den Klub mit zwei Dritteln an den Garderobenkosten (760 000 Franken) in die Pflicht zu nehmen.

Grundsätze «diskreditiert»

«Sind die Förderrichtlinien für den Stadtrat rechtlich nicht verbindlich?», will Markus Hutmacher (Grüne) in seiner aktuellen Anfrage wissen. Und politisch habe die Behörde die Subventionsgrundsätze «in ihrer eigentlichen Funktion diskreditiert und für andere Projekte ein Präjudiz geschaffen». Dabei sollten die Richtlinien doch «von allen Bürgern als transparent und gerecht wahrgenommen werden».

«Mir geht es um die Gleichbehandlung der Sportvereine», erklärt Hutmacher auf Anfrage. Im Februar hatte er die Reithalle und die Tennishalle ins Feld geführt, an denen sich die Einwohnergemeinde mit einem Drittel respektive 20 Prozent beteiligt. Vizeammann Carlo Mettauer entgegnete an der Parlamentssitzung, die Fussballgarderoben im Brügglifeld seien eher mit den öffentlichen Garderoben im Schachen zu vergleichen.

«Nur Richtlinien»

Mettauer will Hutmachers Anfrage am 9. Mai beantworten, wenn sich der Einwohnerrat das nächste Mal trifft. Auf der Traktandenliste steht dann auch das gesamte Sportkonzept, allerdings ohne dass die Legislative die Förderrichtlinien explizit absegnen müsste. «Richtlinien sind nur Richtlinien», wiegelt Mettauer gegenüber der az Aargauer Zeitung ab.

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