Aus dem Archiv

«Verschlafen? Im Gegenteil!»: So ist die Turnfest-Stadt Aarau 1972 porträtiert worden

NUR IM ZUSAMMENHANG MIT BERICHTERSTATTUNG TURNFEST VERWENDEN – «Verschlafen? Im Gegenteil!»: So ist die Turnfest-Stadt Aarau 1972 porträtiert worden

Schulen, Gaststätten, Läden und Freizeitangebote: die Stadt Aarau in einem Film-Porträt aus dem Jahr 1972.

Ein bedeutendes Schulzentrum, die grösste Wohnbaustelle der Schweiz und ein leistungsfähiges Einkaufszentrum: So ist Aarau in einem Film aus dem Archiv des Schweizerischen Turnverbands 1972 vorgestellt worden. Das Wort «modern» kommt auffallend oft vor.

1972 fand letztmals ein Eidgenössisches Turnfest in Aarau statt. Der Schweizerische Turnverband (ebenfalls mit Sitz in Aarau) ist ins Archiv gestiegen und hat unter anderem diese Perle herausgefischt: einen Film über das Turnfest '72, der mit einem sechseinhalb Minuten langen Porträt der Stadt beginnt. 

Als erstes ist die Altstadt mit ihren schönen Giebeln zu sehen, aber der Sprecher stellt sofort klar: «Wegen dieser Zeichen vergangener Zeiten auf eine verschlafene Stadt schliessen zu wollen, wäre falsch. Im Gegenteil!»

Die Satellitenstadt

Das Wort «modern» fällt im Anschluss auffallend oft. Zum Beispiel, wenn es um die damals «grösste Wohnbaustelle der Schweiz» geht. Damals war die «Staumauer» in der Telli gerade im Bau. Hier entstehe «eine moderne Satellitenstadt für 4500 Einwohner», kommentiert der Sprecher.

Nach einem Ausflug ins «breite und zukunftsfreudige Bildungsangebot» («moderne Gewerbeschulen») und ins «leistungsfähige Einkaufszentrum» geht es von der Arbeit in «einem der modernen Hochhäuser» in die Mittagspause.

Der Schwan

Während die meisten «an den Familientisch zurückkehren» oder sich in einer der «vielen Gaststätten verpflegen», hätten die Mitarbeiter der «modernen Industriebetriebe» die «Vorzüge eines Personalrestaurants». 

Von den Freizeitangeboten wird das «prächtige Schwimmbad» oder das Leichtathletikstadion mit seinen «modernsten Anlagen» lobend erwähnt. Sogar der «Wildpark des Roggenhausens» wird nicht ausgelassen. Die so nahe Natur sei der «Vorzug der Kleinstadt». 

Und wenn die Kamera zum Feierabend an die Aare schwenkt, sich durchs Weiden-Dickicht schlägt und den Schwan einfängt, der dort am Ufer steht wie eh und je, dann sieht die Vergangenheit plötzlich gar nicht mehr so anders aus als die Gegenwart.

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