Aarau Rohr

«Verschiedene Aspekte sind zu berücksichtigen»: Sportplatzausbau fällt bei Fraktionen durch

Anwohner, Jäger, der FC Rohr und die Kirche haben Vorbehalte gegen den Ausbau der Sportanlage Winkel.

Anwohner, Jäger, der FC Rohr und die Kirche haben Vorbehalte gegen den Ausbau der Sportanlage Winkel.

Der Kreditvorlage für die Erweiterung der Rohrer Sportanlage droht ein Schiffbruch an der Einwohnerratssitzung vom kommenden Montag. Die AZ hat bei Stadtrat Daniel Siegenthaler (SP) nachgefragt.

Am Montag entscheidet der Aarauer Einwohnerrat über den Kredit für den Ausbau der Sportanlage Winkel – oder auch nicht, denn: Falls nicht noch etwas Ausserordentliches passiert, wird die Vorlage wohl zur Überarbeitung an den Stadtrat zurückgeschickt. Das wird die Anwohner, die Kirche, die Jäger sowie den FC Rohr freuen, die alle Vorbehalte gegenüber dem Ausbauprojekt angebracht haben. Im Nachteil sind die FC Aarau Frauen, die darauf hoffen, im Winkel eine neue Heimstätte und adäquate Trainingsbedingungen zu erhalten.

Oder wird es dem zuständigen Stadtrat Daniel Siegenthaler (SP) noch gelingen, das Ruder herumzureissen? Die AZ hat ihm aktuelle Fragen zum Projekt gestellt.

Die Co-Präsidenten der FC Aarau Frauen berichteten im Interview, dass sich im Winter bis zu 70 Spielerinnen ein einziges Fussballfeld für ihr Training teilen müssen, weil im Schachen nicht mehr Plätze beleuchtet werden dürfen. Warum ist das so?

Daniel Siegenthaler: Beleuchtet sind im Schachen das Kunstrasenfeld und die Leichtathletik-Anlage, die ebenfalls zum Fussballspielen genutzt wird. Im Wintersemester – Mitte Oktober bis Mitte März – können die Naturrasenplätze im Schachen nicht genutzt werden, weil sie aufgrund des Wetters gesperrt sind. Bei der Beleuchtung geht es darum, dass die Ortsbürgergemeinde neben den bestehenden Anlagen – Schwimmbad, Reithalle, Pferderennbahn, Kunstrasen, Garderobengebäude, Parkplatz – keine zusätzlichen festen Installationen im Schachen vorsieht, auch zu Gunsten der flexiblen Nutzung, beispielsweise für Grossanlässe.

Gäbe es keine temporäre Lösung für das Licht­problem?

2019 wurde eine mobile Lichtinstallation mit Aufbau im Frühling und Abbau im Herbst geprüft. Die Kosten und der Aufwand wären jedoch hoch. Deswegen können die Naturrasenfelder von Mitte März bis Mitte Oktober nur so lange genutzt werden, wie es die natürlichen Lichtverhältnisse zulassen.

Es gibt noch andere Fussballplätze in der Region. Erlinsbach und Küttigen zum Beispiel haben ihre Anlagen erst gerade erneuert. Könnten Aarauer Teams dorthin ausweichen? Gibt es kein regionales Konzept?

Fussball ist die mit Abstand am meisten betriebene Teamsportart, auch wegen der zunehmenden Popularität des Frauenfussballs. Dies gilt auch für die umliegenden Gemeinden. Anlässlich des Eidgenössischen Turnfests 2019 hat die Sektion Sport die umliegenden Gemeinden und Fussballvereine angeschrieben, ob Trainingseinheiten von Aarauer Fussballvereinen auf deren Sportanlagen ausgetragen werden können. Leider mussten wir dabei feststellen, dass diese Fussballanlagen ebenfalls sehr stark ausgelastet sind, weshalb wir keine Teams für diese befristete Zeit unterbringen konnten. Es gibt kein regionales Konzept für die Fussballplatzbelegung.

Was ist mit den Anlagen auf dem Brügglifeld? Könnten die FCA-Frauen dort zumindest vorübergehend trainieren und spielen?

Das Brügglifeld verfügt über drei Spielfelder: zwei grosse mit Naturrasen – eines beleuchtet – und ein kleines Kunstrasenfeld. Für die Belegung und Nutzung der Sportanlage Brügglifeld ist die Platzgenossenschaft Brügglifeld zuständig. Zwischen der Stadt und der Platzgenossenschaft besteht eine Nutzungsvereinbarung. Die Anlage wird vom FC Aarau sowie dem Team Aargau genutzt. Die Fussballplätze sind weitgehend ausgelastet, vor allem auch aufgrund der Garderobensituation. Eine temporäre Nutzung durch die FC Aarau Frauen würde den langfristigen Bedarf nicht abdecken. Übrigens war hier die Umzäunung ein Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner, ebenso die Begrenzung der Nutzung ausserhalb des Mannschaftsfussballs auf die Jugend des Aarauerfelds.

In Rohr wehren sich die Anwohner aber genau gegen die geplante Umzäunung grosser Teile der Sportanlage. Braucht es diese wirklich?

Es gibt verschiedene Aspekte, die zu berücksichtigen sind, und die einen Spielraum offenlassen. Aus sportlicher Sicht sind Ballfangzäune hinter den Toren notwendig. Die Anwohnerinnen und Anwohner des Winkels wünschten an den Informationsveranstaltungen als Schutz der Gebäude einen Ballfangzaun von fünf Metern Höhe auf der Westseite. Aus betrieblicher Sicht wäre eine Einzäunung der Kunstrasenfelder und des Garderobengebäudes sinnvoll, um die Sportanlage vor Littering und Vandalismus zu schützen und um zu verhindern, dass Tiere auf die Sportanlage gelangen.

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