Aarau
«Verschandelung der Altstadt»: Stadtrat findet Imbissbuden schlecht

Die Stadt Aarau bewilligt keine Imbissbuden im öffentlichen Raum. Das wurde letzte Woche ein Thema, weil der Marroniverkäufer Giovanni Kaufmann in der Igelweid einen neuen Standplatz suchen musste.

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Giovanni Kaufmann am Standplatz vor der Migros in der letzten Saison.

Giovanni Kaufmann am Standplatz vor der Migros in der letzten Saison.

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Der Imbissbuden-Grundsatzentscheid des Aarauer Stadtrates stammt aus dem Jahr 2005. Doch warum will der Stadtrat eigentlich keine Imbissbuden auf öffentlichem Boden? Jene vor der Migros oder der Bretzel-Stand vor dem Interdiscount tragen immerhin zur Belebung der Innenstadt bei.

Die zuständige Stadträtin Regina Jäggi sagt auf Anfrage: «Es gibt in der Innenstadt und besonders in der Igelweid schon genug Imbissstände. Gäbe es solche auch am Graben, würde das Bild der Altstadt verschandelt. Wir möchten da keine Grill-Meile.»

Eine Ausnahme ist der Ömer’s Imbiss, dort gilt die Besitzstandgarantie, da Ömer Akyüz seit 1989 am Graben Hotdogs und Hamburger verkauft.

Verpflegungsmöglichkeiten in der Innenstadt gibt es trotz des Reglements. Dies, weil die Grundstücke nicht immer mit der Ladenmauer enden. So kann beispielsweise die Migros ihre Fläche vor dem Laden vermieten. Jäggi sagt, die Stadt wolle nicht dreinreden, wer diese Mieter sind. Das entspreche der freiheitlichen Gesinnung der Stadt. «Das ist das Recht der Läden», so Jäggi.

Der Marroniverkäufer vor der Migros konnte sein Material nicht mehr in der Migros zwischenlagern, weil dort jetzt Selbstbedienungskassen stehen. Nun hat er Gastrecht vor dem McDonald's erhalten. (kus)

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