Aarau
Verpflegung in der Altstadt: Nur ein Haus liegt zwischen Japan und Italien

Die Altstadt in Aarau füllt sich immer mehr mit Bars und Cafés – jetzt gibt es an der Laurenzentorgasse etwas Richtiges zwischen die Zähne. Sogar Sushi ist zu haben.

Sabine Kuster
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Laurenzentorgasse 12: Japanisches Restaurant «Imada» von Naoko Thomann.

Laurenzentorgasse 12: Japanisches Restaurant «Imada» von Naoko Thomann.

Aarau hat lange auf den ersten Teller Sushi gewartet. Erst erst am 1. Februar klapperten im neuen japanischen Restaurant «Imada» an der Laurenzentorgasse über Mittag erstmals die Essstäbchen. Das Lokal stand seit 2008, als die Papeterie Altstadt auszog, leer.

Vor einem Jahr lag das Baugesuch des Oberentfelder Architekten Hans Ulrich Thomann und seiner Frau Naoko auf. Danach gab es Verzögerungen unter anderem wegen Verhandlungen mit der Denkmalpflege.

Inzwischen hat das Restaurant «Imada» auch abends geöffnet, doch es befindet sich noch immer in der Testphase. So wird zum Beispiel die Speisekarte noch ausgebaut, der Businesslunch mit Sashimi und Tempura gibt es erst nächste Woche und auch mit der Zubereitung des berühmten 7-Gangmenus Kaiseki wartet Wirtin Naoko Thomann noch. «Der Koch und die Angestellten müssen sich zuerst an ihr neues Arbeitsumfeld gewöhnen», sagt sie.

Laurenzentorgasse 6: Pasta-Restaurant «Signor Rossi» von Alex Crivaro.

Laurenzentorgasse 6: Pasta-Restaurant «Signor Rossi» von Alex Crivaro.

Verständlich: Der 37-jährige japanische Koch hat bis vor Kurzem in Tokio direkt neben einem grossen Fischmarkt gearbeitet. Hier jedoch wird der Fisch von einem Importeur in Murten bezogen. Die Frau des Kochs ist kurz vor Weihnachten in die Schweiz gekommen und musste sich erst einmal an die Kälte gewöhnen. Sie arbeitete im Service.

Auch Bilder fehlen noch. Thomann, will Fotos aufhängen, die er als Student in Japan gemacht hat. Japan-Freunde werden sich für ein Testessen vom noch kahlen Raum wohl nicht abschrecken lassen. Rückmeldungen sind erwünscht – Naoko Thomann erkundigt sich bei den ersten Gästen persönlich, ob die Portionen genügend gewesen seien.

Das Mittagsmenü kostet zwischen 23 und 28 Franken, abends bewegen sich die Preise zwischen 32 und 42 Franken pro Hauptgang.

Zwei Häuser weiter gibts jetzt Pasta

Bereits gemütlich ist es zwei Häuser weiter im Pasta-Lokal «Signor Rossi». Besitzer Alex Crivaro scheint als Gastronom ein gutes Händchen zu haben. Seit letztem Freitag werden hier Spaghetti, Fusilli, Strozzapreti und Penne vor den Augen der Gästen nach Wunsch zubereitet. Auf den Tischen stehen kleine Töpfe mit Basilikum, Thymian, Oregano und Rosmarin zum selber Würzen.

Für Wählerische gibt es ausserdem Ravioli, Tortellini, Mezzelune und Gnocchi, für die Linienbewussten Salate. Ein Teller Pasta kostet zwischen 9 und 21 Franken und kann auch mitgenommen werden.

Mit nur 32 Hockern zum Verweilen ist Crivaro auf das Take-away-Geschäft angewiesen. Das «Signor Rossi» ist das dritte Lokal der beiden Crivaro-Brüder auf dieser Achse. Nun bewirten sie die Aarauer vom Morgen bis nach Mitternacht: An der Laurenzentorgasse besitzen die Crivaros bereits das «Panini Cultura Caffè» und an der Kronengasse die Bar «3.Stock».

Ob das Lokal an der Laurenzentorgasse 6 nun seine Bestimmung gefunden hat, ist noch offen – zuvor gab es hier zahlreiche Wechsel von Nicht-Gastro-Unternehmen.