Aarau
Verkehrskanzel sollte eigentlich künftig als Bar dienen

Die Aarauer Verkehrskanzel ist momentan das Objekt der Begierde. Ein deutsches Gesundheitszentrum bekundet Interesse – doch eigentlich wollte das Aargauer Tiefbaudepartement die Kanzel künftig als Bar nutzen.

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Roger Sigrist an einem seiner letzten Arbeitstage auf der einem Kreisel weichenden Verkehrskanzel auf dem Aarauer Aargauerplatz
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 Er wird sie sehr vermissen, wie er gegenüber «az» sagt.
 Für die Arbeit auf dem komplizierten Knotenpunkt ist eine spezielle Ausbildung nötig, die von der Stadtpolizei durchgeführt wird.
 Erst nach zwei Abschlussprüfungen kann ein Verkehrspolizist alleine Dienst verrichten auf der Kanzel. «Polizist» ist übrigens nicht ganz richtig, denn...
 ...Roger Siegrist arbeitet für die Securitas. Die Stadt hat den Verkehrsdienst an den externen Anbieter ausgelagert.
 Der Kreisel, der bald kommt, könnte Siegrists Meinung nach ein Chaos auslösen. Wieso, das erfahren Sie im Artikel.

Roger Sigrist an einem seiner letzten Arbeitstage auf der einem Kreisel weichenden Verkehrskanzel auf dem Aarauer Aargauerplatz

Die Aarauer Verkehrskanzel geht spätestens Anfang Juni in Pension (az berichtete). Doch noch ist nicht wirklich klar, wo das schwarz-weiss gestreifte Verkehrsrelikt seine neue Heimat findet. Bis gestern war sogar noch offen, ob das gute Stück der Stadt Aarau oder dem Kanton gehört.

Die Klärung dieser Frage beschleunigt hat eine Anfrage aus Deutschland - genauer aus Nordrhein-Westfalen. Das Gesundheitszentrum hat nämlich gefallen an der Kanzel gefunden und will diese für ihren neu geplanten Campus als Deko verwenden.

Auf Dachterasse hieven

Doch wie Georges Stauffer vom Aargauer Baudepartement heute aufklärte, ist das neue Plätzchen für die Kanzel eigentlich ausgesucht. «Die Kanzel ist ein Geschenk der Stadt Aarau an den Kanton.»

Und der Kantonsingenieur habe sich dazu entschieden, das Stück Aargauer Verkehrsgeschichte mittels Autokran auf die Dachterrasse des Tiefbauamtes zu hieven. «Eine Idee wäre, die Kanzel dort in eine Bar umzufunktionieren.»

Das Interesse aus Deutschland hat aber auch Stauffer überrascht. Und offenbar sind die Pläne des Kantons nicht in Stein gemeisselt. «Wieviel wollen die Deutschen denn bieten?», will er wissen. Darauf angesprochen gibt sich Assistentin Dorlöcher bedeckt. «Das müssen wir noch besprechen.» Bis gestern Abend stand noch kein Angebot. (jep)