Vereinsgründung
Die Region Aarau erhält ein Bildungsnetzwerk – was bringt das?

In Baden hat es sich schon bewährt; nun wird auch in Aarau ein Bildungsnetzwerk gegründet. Es soll unter anderem dem Fachkräftemangel entgegenwirken, indem Unternehmen und Bildungsanbieter besser aufeinander eingehen.

Nadja Rohner
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Die Berufsschule Aarau.

Die Berufsschule Aarau.

Valentin Hehli / AGR

In Aarau wird diese Woche formell das erste Bildungsnetzwerk der Region gegründet. Unter der Bezeichnung «MEHR. WERT. AARAU.» soll das neue Forum für Bildung und Wirtschaft künftig für eine bessere Vernetzung zwischen Bildungsinstitutionen der Region Aarau, den hier ansässigen Unternehmen und der öffentlichen Hand sorgen.

«Das Projekt hat seinen Ursprung bei den Bildungsanbietern, vor allem der Neuen Kanti und der Berufsschule», erzählt Marco Salvini, Leiter Sektion Organisation und Strategie der Stadt Aarau. «Deren ehemalige Leiter haben schon vor mehreren Jahren erste Veranstaltungen zum gegenseitigen Austausch organisiert, weil sie festgestellt hatten, dass es dafür bislang keine Strukturen gab.»

Vor rund zwei Jahren dann fiel der Entscheid, dass der Geschäftsleiter des Bildungsnetzwerks Aargau Ost (Regionen Baden und Brugg) ein Konzept für ein ähnliches Konstrukt in Aarau machen soll.

Aargau Ost als Vorbild

Im Ostaargau zählt das seit 2009 bestehende Bildungsnetzwerk knapp 60 Mitglieder. Es führt Veranstaltungen durch, vernetzt, koordiniert die Bildungsangebote und richtet sie an der regionalen Wirtschaft aus; die einzelnen Bildungsinstitutionen entwickeln bilateral gemeinsame Projekte. Nur ein Beispiel: Im zweitägigen Bootcamp «Next. Entrepreneur» bearbeiteten fünf Teams mit talentierten Nachwuchskräften während 48 Stunden konkrete Fragestellungen von Unternehmen.

So ein Netzwerk soll nun auch im Raum Aarau implementiert werden, «um die Strahlkraft des Standorts zu vergrössern», so der Zweck. «Auch hier muss die Wirtschaft zwingend mit an Bord sein, sonst wäre das eine vertane Chance», sagt Danièle Turkier. Sie ist Geschäftsführerin von Aarau Standortförderung – ihre Organisation wird die Geschäftsleitung des neuen Bildungsnetzwerks übernehmen.

Verein erfreut sich grosser Nachfrage

Der neue Verein hat bislang über 30 Mitglieder – Unternehmen wie Swissgrid, Kantonsspital und Aargauische Kantonalbank, Bildungsinstitutionen wie die Schule Entfelden, die Kantis oder das Kaufmännische Ausbildungszentrum KAZ, Gemeinden wie die Stadt Aarau. «Die Nachfrage hat unsere Erwartungen übertroffen», so Marco Salvini und Danièle Turkier.

Sie führen dies unter anderem darauf zurück, dass der Fachkräftemangel ein drängendes Problem ist und ein Netzwerk an der Schnittstelle zwischen Bildung und Wirtschaft nützlich sein könnte. Der Verein soll sich langfristig ausschliesslich durch Mitgliederbeiträge finanzieren – in den ersten vier Jahren leistet die Stadt jedoch eine Anschubfinanzierung, die sich nach und nach reduziert. Im ersten Jahr sind dies 30’000 Franken; das gesamte Budget beträgt 80’000 Franken.