Aarau
«Verein ist eine Farce» – Aarauer Altstadtbewohnerin ärgert sich über Vereins-Aktionen

Ein Mitglied des Vereins Altstadtbewohner Aarau (VAA) ärgert sich über die Aktionen des Vereins. Vor allem aber auch über den Präsidenten Bruno Nüsperli. Zu den Vorwürfen wollte er keine Stellung nehmen. Tags darauf versendete er aber GV-Einladungen.

Janine Müller
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Dunkle Wolken über der Aarauer Altstadt.

Dunkle Wolken über der Aarauer Altstadt.

AZ

Kürzlich hat der Verein Altstadtbewohnerinnen und -Bewohner Aarau (VAA) eine Wahlempfehlung für die Einwohnerratswahlen verteilt. Doch diese Aktion kam bei einem VAA-Mitglied, welches anonym bleiben will, nicht gut an.

Die Frau ärgert sich, dass der Verein, allen voran Präsident Bruno Nüsperli, solche Aktionen nicht mit den Mitgliedern abkläre.

«Ich möchte mich als Mitglied dieses Vereins distanzieren davon. Wir bekommen keine Berichte über diese Aktionen und werden auch nicht dazu befragt», schreibt sie in einem E-Mail an die az. Auch hätten die Mitglieder keine Möglichkeit, eine Meinung zu den Aktionen abzugeben.

Das Mitglied, das seit rund zwei Jahren Mitglied des VAA ist, hat weder einen Einzahlungsschein für die Mitgliedergebühr erhalten noch etwas von einer Generalversammlung des VAA gehört.

«Im ersten Jahr, als ich Mitglied wurde, gab es die GV noch. Danach habe ich nie wieder etwas davon gehört», sagt sie. Damals habe sie auch die 10 Franken Mitgliederbeitrag bezahlt.

Verein sei eine Farce

Ihr Vorwurf: Der Verein sei eine Farce. Es laufe alles nur über Bruno Nüsperli. Dass der Verein kein wirkliches Vereinsleben hat, zeige auch die Website.

Ausser den Statuten und der Erklärung, was der VAA will, ist nichts über die Aktivitäten aufgeschaltet.

«Ich weiss allerdings nicht, ob sich einfach niemand finden liess, der dies macht», sagt sie.

Bruno Nüsperli wollte sich am Telefon zu den Vorwürfen nicht äussern.

Er bedauert, dass ein Mitglied den Weg über die Medien sucht und nicht ihn persönlich darüber informiert hat.

GV für 2014 angesetzt

Nun die Wende: Nachdem die az Bruno Nüsperli mit den Vorwürfen konfrontiert hat, erhielten die Mitglieder zwei Tage später eine Einladung für die Generalversammlung im Januar 2014, die auch der az vorliegt.

Bruno Nüsperli fordert die Mitglieder dazu auf, Wünsche für die Traktandenliste anzubringen.

Im selben Brief informiert Bruno Nüsperli die Mitglieder über die Wahlvorschläge für die Einwohnerratswahlen.

Trotzdem wird das Mitglied, welches sich an die az gewandt hat, den Austritt aus dem Verein geben.

«Der Mitgliederbeitrag wurde einfach so von 10 auf 20 Franken erhöht, obwohl in den Statuten 10 Franken vorgesehen sind. Mir reichts jetzt.»