Aarau/Entfelden

Veloweg Aarau–Entfelden: Regierungsrat bittet «um etwas Geduld»

Nico Zobrist (18) hat letztes Jahr als Nationalrat kandidiert und will nun in den Grossen Rat.

Nico Zobrist von der SP Unterentfelden

Nico Zobrist (18) hat letztes Jahr als Nationalrat kandidiert und will nun in den Grossen Rat.

Die Online-Petition von Jungpolitiker Nico Zobrist wurde von Stephan Attiger persönlich beantwortet. Vorerst werden die Velofahrer aber vertröstet: «Wir hoffen, in einigen Jahren eine attraktive und durchgehende Veloinfrastruktur anbieten zu können.»

256 Unterschriften hatte der 18-Jährige Nico Zobrist aus Unterentfelden im März innert nur weniger Tage gesammelt. Gefordert hatte er einen durchgehenden Velostreifen zwischen Entfelden und Aarau. Heute endet dieser stadteinwärts beim Rotlicht vor der Kreuzung Binzenhofstrasse. Mit einer Verlängerung bis zur Kurve Höhe Zschokkestrasse könnte mehr Sicherheit geschaffen werden, so die Petition.

Nun hat Regierungsrat Stephan Attiger auf die Petition von Nico Zobrist geantwortet. Der junge Aktivist ist Kantonsschüler, Grossratskandidat für die SP Bezirk Aarau und Mitinitiant von der Hilfsgruppe «Entfelden hilft!», die während der Corona-Pandemie Menschen der Risikogruppe mit Lebensmitteln versorgt.

Das Schreiben vom Regierungsrat hat Nico Zobrist auf seiner Webseite veröffentlicht. Viel Neues erfährt man nicht: Schon 2018 hatte die damals Grossrätin Gabriela Suter (SP) ein ähnliches Anliegen eingereicht und auch eine ähnliche Antwort erhalten. So erklärt der Regierungsrat, dass Kanton und Stadt 2015 ein Konzert erarbeitet hatten, in dem ein gemeinsamer Rad- und Gehweg vorgesehen war in dem Bereich, wo heute ein Velostreifen fehlt.

Die Umsetzung des Konzepts war in zwei Phasen vorgesehen: Als erstes würde der Abschnitt vom Aargauerplatz bis zum Knoten Gönhardweg saniert, danach käme der Abschnitt bis Distelberg. Beim Ausarbeiten des Projekts habe sich aber gezeigt, dass schon nur erste Phase fast das ganze Budget der Stadt für beide Phasen verschlingen würde. Diese hat deshalb beim Kanton um eine Verschiebung von Phase 2 gebeten. Gleichzeitig musste der Kanton 2017 aus Lärmschutzgründen auf der Entfelderstrasse einen Flüsterbelag einbauen lassen. Da also im Strassenabschnitt ohne Velostreifen erst kürzlich der Belag erneuert wurde, will die Stadt die Strasse erst dann wieder umpflügen, «wenn dies aus Gründen des baulichen Unterhalts notwendig» werde.

Künftig eine «attraktive Velovorzugsroute»

Stephan Attiger lässt dem jungen Aktivisten aber zum Schluss seines Schreiben noch ein Stückchen Hoffnung: So habe Aarau inzwischen ihr Velokonzept überarbeitet, wonach alle Quartiere und Nachbargemeinden durch je eine Haupt- und Komfortroute erschlossen werden sollen. Letztere Route besteht bereits: Durch das Binzenhof- und das Zelgli-Quartier gelangen Fahrradfahrer beretis heute «komfortabel und sicher von Entfelden nach Aarau», schreibt der Regierungsrat. In einem regionalen Gesamtverkehrskonzept soll künftig zudem die Verbindung zwischen Entfelden und Aarau als eine «attraktive Velovorzugsroute» aufgewertet werden. «Wir hoffen, den Velofahrern in einigen Jahren eine attraktive und durchgehende Veloinfrastruktur anbieten zu können», schreibt Stephan Attiger. Bis dahin «bitten wir Sie um etwas Geduld».

In seiner Webseite hat Nico Zobrist auch seine Antwort an den Regierungsrat veröffentlicht. Dort schreibt er, dass die schnell zustande gekommenen Unterschriften gezeigt hätten, «dass das Interesse der Bevölkerung an einer komfortableren Verbindung sehr gross und eine Aufwertung der Verbindung in der Bevölkerung breit abgestützt ist».

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