Aarau

Velos und Windeln – Freiwillige sammeln Müll entlang der Aare ein

Über 50 Helfer sammelten am Aareufer zwischen Aarau und Brugg den Dreck von anderen zusammen. Velos, hunderte Glasflaschen und Windeln kamen zusammen. Viele junge Helfer waren dabei.

Es waren so viele wie noch nie: 56 Helfer kamen am Samstag gut eingepackt in Gummistiefeln und Regenjacken im Aarauer Schachen zusammen, um den Dreck anderer wegzumachen.

Die Vereinigten Fischerverbände Aarau-Brugg (vfab) hatten zur jährlichen Aareufer-Reinigung entlang der 23 Kilometer langen Strecke zwischen Aarau und Brugg aufgerufen. Nebst den Aarauer Helfern zählten die Verbände an den anderen Standorten insgesamt noch über 150 weitere Helfer.

Aufgrund des Hochwassers der vergangenen Woche und dem trüben Wasser mussten die Aarauer Sammler ohne Taucher und Boote auskommen. Und so zogen die Freiwilligen mit Müllsäcken und Zangen ausgerüstet los, um den liegen gelassenen Abfall entlang des Flusses aufzulesen.

Die Übersicht über die Menge des gesammelten Mülls und die speziellen Funde liegt noch nicht vor. «Aber wir haben dieses Jahr auffallend viele Velos eingesammelt», sagt Oliver Brignoli, Vizepräsident des vfab. Auffällig sei insgesamt der grosse Anteil nicht verbrennbarer Materialien. «Wir haben in den letzten 20 Jahren noch nie so viel Abfall in die Kehrichtverbrennungsanlage gebracht.»

Ein grosses Ärgernis waren laut Brignoli die ekelhaften Funde: «Nebst Hunderten Glasflaschen sind wir auf viele gebrauchte Windeln und gefüllte Hundesäckli gestossen.»

20-Jahr-Feier am Abend

Unter den Freiwilligen befand sich auch der Aarauer Stadtrat Beat Blattner, ein Liebhaber der Fischerei. Seine Politikerkollegen nahmen mit dem abendlichen Anlass vorlieb.

Der vfab feierte nämlich gleichentags sein 20-jähriges Bestehen: 1993 hatten sich sieben Fischervereine – die Fischerzunft Aarau, der Fischereiverein Buchs und Umgebung, der Fischer-Club Rohr, der Freianglerverein Rupperswil, der Fischerclub Mühlibach Wildegg, der Fischerclub Villnachern und Fischereiverein Brugg – zu den Vereinigten Fischervereine Aarau-Brugg zusammengeschlossen, nachdem sich die Sportfischergesellschaft aufgelöst hatte. Der vfab ist Pächter der Aare von Aarau bis nach Brugg.

Die Gästeliste der Jubiläumsfeier konnte sich sehen lassen: Nebst Grossratspräsidentin Vreni Friker nahmen auch verschiedene Gemeindeammänner sowie einige Mitglieder des aargauischen Fischereiverbands an der Jubiläumsfeier teil. Das freute Markus Jurt, Präsident des vfab, besonders.

Viele Junge an Bord

Die Nachwuchsförderung wird beim vfab grossgeschrieben. Der Verein bildet seine Sprösslinge kostenfrei aus und ist inzwischen so beliebt bei den Jungen, dass sogar eine Warteliste existiert.

In Zukunft will der Verein junge Leute für den Vorstand gewinnen. Das ist aber nicht die einzige Aufgabe, die er anpacken will: Der zurückgehende Fischbestand bereitet Sorgen. Aus diesem Grund liegen dem Vorstand die Fischtreppen besonders am Herzen, die Zusammenarbeit mit den Kraftwerken ist von grosser Bedeutung und soll deshalb verbessert werden.

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