Suhr/Oberentfelden
Velofahrer radeln bald sicherer zwischen Suhr und Oberentfelden

Lange hat eine Einsprache das Radwegprojekt zwischen Suhr, Oberentfelden und Muhen blockiert. Doch das Warten hat ein Ende. Heute Montag beginnen die Bauarbeiten.

Katja Schlegel
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Jahrelang mussten sich die Velofahrer mit brenzligen Situationen herumschlagen. Doch jetzt geht es los: Heute Montag startet der Kanton am Obertelweg mit den Bauarbeiten für den Radweg zwischen Suhr, Oberentfelden und Muhen. Um Synergien zu nutzen und die Einschränkungen für den Verkehr möglichst klein zu halten, beginnen gleichzeitig auch die Technischen Betriebe Suhr mit dem Erweitern beziehungsweise Ersetzen des Trinkwasser- und Elektronetzes und die Einwohnergemeinde Suhr erneuert die Kanalisation.

Das Wetter muss mitspielen

«Unser Ziel ist es, Ende Jahr mit dem Radweg fertig zu sein – sofern uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht», sagt Projektleiter Michael Wagner vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt. Das Problem mit dem Wetter: Sollte dieser Frühling so nass werden wie der letztjährige, wird es schwierig mit den Erdarbeiten im Kulturland. «Ist der Boden nass, richten wir mit den schweren Maschinen grossen Schaden an, die Arbeiten müssten ausgesetzt werden», sagt Wagner. Solchenfalls würde zumindest angestrebt, den Radweg so fertigzustellen, dass im Frühjahr 2018 lediglich noch der Deckbelag aufgebracht werden müsste.

Schleichverkehr birgt Gefahr

Eigentlich hätten die Bauarbeiten entlang des Obertelwegs bereits 2015 starten sollen. 2013 war das Projekt öffentlich aufgelegen. Doch eine Einsprache eines privaten Grundstückeigentümers hatte das Projekt zweieinhalb Jahre ausgebremst. Überraschend, wie der damalige und inzwischen pensionierte Projektverantwortliche Heinz Vöckt im April 2016 sagte. Nach guten Vorgesprächen mit den Landeigentümern hatte man nicht mit Problemen gerechnet. Im Frühjahr 2016 schliesslich kam Bewegung in das Projekt, die Landerwerbsverhandlungen mit den rund 30 betroffenen Grundeigentümern begannen. «Jetzt sind wir froh, dass wir endlich mit dem Projekt beginnen können», sagt Wagner.

Mit dem neuen Radweg sollen die Velofahrer vom ständig zunehmenden Verkehr geschützt werden. Um dem Stau im Suhrer Dorfzentrum auszuweichen und rascher zum Autobahnanschluss zu gelangen, biegen viele Auto- und Lastwagenfahrer von Gränichen her kommend beim Lichtsignal am Suhrer Dorfeingang links nach Oberentfelden ab. Für Velofahrer bleibt da auf der schmalen Strasse kaum Platz, regelmässig kommt es zu haarsträubenden Überholmanövern.

Der Radweg wird nicht einfach als Verbreiterung angehängt, sondern wird entlang der Suhrengasse, dem Wältmattweg und dem Obertelweg separat geführt. «Eine breitere Strasse führt oft zu höheren Geschwindigkeiten», hatte Vöckt bei der Projektauflage 2013 gesagt. «Die Sicherheit der Velofahrer wäre damit nicht gewährleistet.»

Autofahrer müssen sich gedulden

Mit Baubeginn ab heute Montag müssen die Verkehrsteilnehmer mit Einschränkungen rechnen: Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 60 km/h beschränkt. Ausserdem werden eine Ampelanlage aufgestellt und der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt – zumindest während der Arbeitszeiten. «Wir sind darauf angewiesen, die halbe Fahrspur als Bauspur nutzen zu können», sagt Wagner. Nach Feierabend sollen die Ampeln aber jeweils deaktiviert werden.

Die Kosten für das Radwegprojekt belaufen sich auf 3 Millionen Franken. Die Kosten trägt der Kanton, weil der Radweg ausserhalb des Siedlungsgebietes der Gemeinden Suhr und Oberentfelden liegt.