Valiant
Schöftland will Bankgebäude kaufen – für 3,5 Mio. Franken

Die Ortsbürger sollen das Gebäude kaufen, in dem sich zurzeit die Bank Valiant befindet. Folgen sie einem weiteren Vorschlag des Gemeinderats, wiederholen sie zudem eine Aktion, die zuletzt vor zehn Jahren stattgefunden hat.

Florian Wicki
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Gebäude der Valiant Bank in Schöftland, das an die Ortsbürgergemeinde verkauft werden soll.

Gebäude der Valiant Bank in Schöftland, das an die Ortsbürgergemeinde verkauft werden soll.

Wif

Der Schöftler Gemeinderat will das Gebäude der Valiant Bank an der Dorfstrasse kaufen. An der Ortsbürgerversammlung vom 14. Juni beantragt er darum einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 3,5 Millionen Franken, um das Gebäude mit der Adresse Dorfstrasse 1 auf der Parzelle 480 zu erwerben. Die Liegenschaft mit Baujahr 1976 gehört aktuell der Regionalbank Valiant und erstreckt sich auf einer Grundstücksfläche von 2691 Quadratmeter. Im 2. Stock des Gebäudes befinden sich zurzeit eine Zweizimmerwohnung und drei Büroräume, welche die Gemeinde selber benützt, der Rest des Gebäudes –also 1. Stock, Erdgeschoss und Keller – wird derzeit von der Bank selber benützt.

Gebäude ist von strategischem Wert

Nach dem Kauf, der per Anfang Juli abgeschlossen wird, zieht sich die Bank aus dem rund 520 Quadratmeter grossen 1. Stock zurück und konzentriert ihre Tätigkeit auf die beiden verbleibenden Etagen. Was die Gemeinde genau mit der Fläche anstellen will, soll eine Nutzungsplanung klären. Für das Gebäude selber wurde eine Verkaufssumme von 3,35 Mio. Franken vereinbart, hinzu kommen geschätzte 150000 Franken für die ebendiese Nutzungs- und dann die davon abhängige Bauplanung. Laut Gemeinderat sei das Gebäude von strategischem Wert, liegt es doch innerhalb des Perimeters der bereits im Be­sitze der Gemeinde Schöftland stehenden Gebäude. Im letzten Jahr hat die Ortsbürgergemeinde bereits das Gebäude der ehemaligen Bank Suhrental mit Baujahr 1911 an der Dorfstrasse 9 erworben. Leisten kann sie sich beide Gebäude problemlos, wie aus der Jahresrechnung hervorgeht, welche die Versammlung am 14. Juni verabschieden kann: Die Erfolgsrechnung weist einen ­Ertragsüberschuss von rund 1,185 Mio. Franken aus. Der hat zwar gegenüber dem Vorjahr mit 114441 Franken rund 9 Prozent abgenommen, doch mit der Einlage des Ertragsüberschusses ins Eigenkapital betrug jenes per 31. Dezember 2020 stolze 35,05 Mio. Franken.

Ortsbürger brauchen neue Köpfe und frisches Blut

Schliesslich entscheidet die Ortsbürgergemeinde an der Versammlung über die Durchführung einer erneuten Aktion für die Aufnahme langjähriger Einwohnerinnen und Einwohner in das Ortsbürgerrecht der Gemeinde Schöftland. Eine erste solche Aktion fand in Schöftland vor über 20, die letzte vor rund 10 Jahren statt. Bei der ersten erhielten 79, bei der zweiten 60 Personen das Ortsbürgerrecht. Heute habe Schöftland noch rund 300 Ortsbürgerinnen und Ortsbürger, also lediglich etwa 6,5 Prozent der Gesamtbevöl­kerung. Mit einer neuen Einbürgerungsaktion erhofft sich der Gemeinderat ein grösseres Interesse am politischen Leben und eine noch breitere Unterstützung bei der Verwaltung des Vermögens der Ortsbürger­gemeinde, das selbst der Gemeinderat als «beachtlich» bezeichnet.