NAB-Award

Urs «Ursus» Wehrli räumt auf und erfreut sich am Chaos

NAB-Award 2018: Künstler und Comedian Urs Wehrli hat als die eine Hälfte von Ursus & Nadeschkin zahlreiche Preise gewonnen.

NAB-Award 2018: Künstler und Comedian Urs Wehrli hat als die eine Hälfte von Ursus & Nadeschkin zahlreiche Preise gewonnen.

Die Neue Aargauer Bank hat die Nominierten für die Wahl des Aargauers oder der Aargauerin des Jahres bekannt gegeben. Ab sofort kann man online für seinen Favoriten abstimmen.

Sieben Kandidaten sind im Rennen um den Titel «Aargauer des Jahres». In einer Serie von Kurzporträts stellen wir sie vor. Teil 7: Urs «Ursus» Wehrli (49) ist die eine Hälfte von Ursus & Nadeschkin und hat in den letzten Jahren zahlreiche Kleinkunst-Preise gewonnen.

Der gebürtige Aarauer Ursus Wehrli (49) hat als eine Hälfte von Ursus & Nadeschkin so ziemlich jeden Comedy- und Theaterpreis gewonnen. Seit Ende September ist das Duo mit einem neuen Programm unterwegs. Daneben macht Wehrli auch sein eigenes Ding: Seine drei Bücher über die Kunst des Aufräumens sind längst Kult.

In den letzten 31 Jahren haben Nadja Sieger und Urs Wehrli als Ursus & Nadeschkin bereits neun abendfüllende Bühnenproduktionen voller Theater, Kabarett, Artistik und Clownerie auf die Beine gestellt. Zudem waren sie unter anderem eine Saison mit dem Zirkus Knie unterwegs oder traten in Konzertsälen und im TV auf.

Und das mit Riesenerfolg: Für das Duo hagelte es Preise und Ehrungen. Dazu gehören mit dem «Reinhart Ring» der renommierteste Theaterpreis der Schweiz, der «Deutsche Kleinkunstpreis», der «Salzburger Stier», der «Prix Walo» oder der NYC-Fringe-Comedy-Award in New York.

Äpfel mit Birnen vergleichen

Mit diesen Preisen und Ehrungen sei es so eine Sache, findet Wehrli: «Im Skifahren oder über 100 Meter Sprint gewinnt der Schnellste. In Kultur, Gesellschaft und Politik ist das schwieriger, weil man eine Leistung nicht messen und nicht vergleichen kann.»

Über die Nominierung zum NAB-Award freut er sich dennoch, er würde den Preis gerne nach Hause nehmen. Zumal er ja nicht als Ursus & Nadeschkin nominiert ist, sondern als Urs Wehrli. Schon längst gibt es für ihn als Künstler auch ein Leben ohne Nadeschkin. «Je länger wir zusammenarbeiten, desto mehr beschäftigen wir uns mit Soloprojekten. Und dieses eigene Leben finde ich ganz wichtig.»

Ein Meister im Aufräumen

2002 kam der gebürtige Aarauer und ehemalige Junior beim FC Aarau eines Morgens beim Brötchenholen auf die Idee, sein Leben und das der anderen auszumisten. Daraus entstanden die Bestseller «Kunst aufräumen» und «Noch mehr Kunst aufräumen». Mit seinem Ordnungsfimmel traf Urs Wehrli voll ins Schwarze. Die zwei Bücher verkauften sich weltweit über eine Million Mal.

In seinem dritten Buch bringt er die ganze Welt in Ordnung: Vom Weihnachtsbaum über die Buchstabensuppe, die Fussballmannschaft bis zum Parkplatz ist nichts sicher vor seiner ordnenden Hand. Urs Wehrli führt akribisch Buch über alle Auftrittsorte, und er liebt Strichlisten und Tabellen.

Das ist nicht ganz unproblematisch: In einem Interview sagte er, er leide darunter, dass er vor lauter Plänen und Listen oft kaum zur eigentlichen Tätigkeit komme. Doch es gibt Hoffnung: Je mehr er sich mit Aufräumen beschäftige, desto mehr erfreue er sich am Chaos. (az)

Wählen Sie hier Ihren Favoriten für den Aargauer des Jahres.  

Das sind die anderen Kandidaten für den NAB-Award 2018: 

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