Abstimmung

Urnengang im XXL-Format: Suhr entscheidet im Juni über sechs Geschäfte

Nach dem Ausfall der Gemeindeversammlungen muss nun per Urnenwahl abgestimmt werden.

Nach dem Ausfall der Gemeindeversammlungen muss nun per Urnenwahl abgestimmt werden.

Über sechs Geschäfte wird am 28. Juni per Urnenwahl entschieden. Darunter ist auch die Umgebungsgestaltung des Schulareals Dorf.

Wegen der Coronapandemie finden im Mai und Juni keine Gemeindeversammlungen statt. Wichtige, unaufschiebbare Geschäfte können gemäss einer Sonderverordnung des Kantons aber an einer Urnenabstimmung vorgelegt werden. Während andere Gemeinden keine oder nur vereinzelte Themen vorbringen, präsentiert Suhr gar deren sechs.

Dadurch könne weiter an den Projekten gearbeitet sowie das Budget 2021 besser geplant werden, schreibt die Gemeinde. Zudem leiste man mit Bauaufträgen einen Beitrag an die Erholung der Wirtschaft. Harte Kritik an der Urnenabstimmung hegte Anfang Monat die FDP: Es sei aus Sicht der Partei «schleierhaft», warum der Verpflichtungskredit zur Umgebungsgestaltung des Schulareals Dorf gerade jetzt «an den engagierten Stimmbürgern vorbei an der Urne entschieden» werde.

Dabei ist es ein Thema, das die Gemeinde seit Jahren beschäftigt: Nach dem Neubau des Schulhauses Vinci sah ein erstes Projekt für die Umgebungsgestaltung noch Kosten von 4,3 Millionen Franken vor – was den Gemeinderat leer schlucken liess. Die zweite, abgespeckte Variante aus dem Jahr 2016 hätte noch 2,6 Millionen Franken gekostet. Da die Finanzkommission diesen Kreditantrag ablehnte, zog ihn der Gemeinderat kurz vor der Gemeindeversammlung zurück. Fortan sollte die noch karge Umgebung Jahr für Jahr mit kleinen Massnahmen schrittweise verbessert werden.

Vorgesehen sind vor allem ansprechendere, begrünte Aufenthaltsbereiche rund um die Schulhäuser. Die jährlichen Kosten dafür – 150'000 Franken, von 2021 bis 2025 – will der Gemeinderat nun an der Urne als Gesamtkredit von 750'000 Franken bewilligt erhalten, um eine «grössere Transparenz bei der Finanzierung» zu schaffen, schreibt er. Nach dem jahrelangen Hin und Her sei das Projekt der Umgebungsgestaltung nun «ausführungsreif».

Für die definitive Einrichtung der Fachstelle Quartierentwicklung sollen jährlich 137'000 Franken ins Budget verankert werden. Das Pilotprojekt der letzten vier Jahre wurde von verschiedenen Seiten als sehr gelungen bewertet. Ein Stellenpensum von 70 Prozent plus eine Praktikumsstelle gehören nun zum neuen, definitiven Projekt.

Schulhaus, Quartierplatz, BNO, Gewerbepark

410'000 Franken sollen die Suhrer für die Projektierung der Sanierung des Schulhauses Ost bewilligen. Diese käme laut Gemeinderat «sehr viel günstiger» als ein Neubau, zumal vor allem wärmedämmende Arbeiten an der Fassade vorgesehen sind sowie eine modernere Einrichtung der Klassenzimmer. Für einen Quartierplatz am Schützenweg, zwischen dem neuen Kindergarten und dem Neubau der Stiftung Töpferhaus beantragt die Gemeinde 330'000 Franken.

Eine Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung soll beim Neumattweg Ost dichteres Bauen ermöglichen, wenn die Qualität des Baus samt Aussenräumen als sehr hoch gilt. Dabei soll die Gemeinde auch eine Mehrwertabgabe erheben können. Und zuletzt sollen die Stimmbürger dem Bau eines Gewerbeparks beim Helgenfeld durch die Gretzenbacher Firma Work­boxes AG grünes Licht geben.

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