Upcycling
Mitten in Oberentfelden: Möbel und Gegenstände veredeln, Yoga trainieren

Mit dem Upcycling-Geschäft «Creative Lifestyle» samt Yogastudio tragen Beatrice Buss und Angie Töpfer zur Aufwertung bei – nicht nur von alten Gegenständen, sondern vom Oberentfelder Dorfzentrum zugleich.

Daniel Vizentini
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Beatrice Buss führt in Oberentfelden das Geschäft Creative Lifestyle.

Beatrice Buss führt in Oberentfelden das Geschäft Creative Lifestyle.

Daniel Vizentini

In der Region tauchen immer wieder Geschäftsperlen auf, die man vielleicht eher in einer grösseren Stadt erwarten würde und die so eine besondere Nische bedienen, dass sie auch eine Kundschaft von weit weg anziehen. Das Lokal Limited by Geraldine in Suhr zum Beispiel gilt als kleines Mekka für Vintage Kleider und Accessoires aus den 1910er- bis 1960er-Jahren.

Einen richtigen Expertenladen für Wolle und Strickkunst gibt es in der Nadelwärkstatt bei der Distelbergwiese in Unterentfelden. Und nun steht im Oberentfelder Zentrum mit dem Creative Lifestyle ein Lokal für Upcycling – also für die Aufwertung von Möbeln und anderen Gegenständen.

Dabei trägt das Lokal selbst zur Aufwertung der Umgebung bei: In den kleinen Gewerbeflächen entlang der Hauptstrasse und Tramlinie entstehen nach und nach wieder spezielle Fachgeschäfte anstelle der üblichen Take-aways oder Coiffeursalons: Vor rund einem Jahr eröffnete in Unterentfelden das Art of Deco, wenig zuvor entstand ebenfalls im Oberentfelder Zentrum das Café und Ladenlokal Filigran.

Geführt wir das «Creative Lifestyle: The Art of upcycling & Yogaamtosphere», wie das Lokal zum vollen Namen heisst, von der Unterentfelderin Beatrice Buss (53) und ihrer Nichte, Augenoptikermeisterin Angie Töpfer (32) aus Gränichen. Im deutschen Thüringen aufgewachsen, wohnten Beatrice Buss und ihr Mann Dieter bereits in den Niederlanden oder Österreich.

Seit 15 Jahren leben sie in Unterentfelden. Dieter Buss ist Geschäftsführer der Re­ha­bi­li­ta­ti­onsklinik der Themalbäder Zurzach und Baden, Beatrice Buss arbeitet hauptberuflich als Dozentin für Physiotherapie an der Fachhochschule Bern. Ihr Geschäft in Oberentfelden ist derweil nicht nur eine für sie wichtige Abwechslung, wie sie sagt, sondern auch ein kleiner Traum, der in Erfüllung ging. Sie sagt:

«Ich bin ein sehr kreativer Kopf. Kreativität ist Intelligenz, die Spass macht.»

Das Lokal ist zugleich ihr Atelier, Unterrichtslokal für die verschiedenen Workshops, die sie anbietet, und das Studio von Angie Töpfer, die Yogakurse in einem familiären Rahmen für alle Niveaustufen gibt.

Daniel Vizentini

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Im Ladenlokal in Oberentfelden ist eine Auswahl von Möbeln ausgestellt. Der Raum zeigt auch Gestaltungsmöglichkeiten auf.

Daniel Vizentini

Kreatives Arbeiten gekoppelt mit Umweltbewusstsein

Mit dem Upcyclen von Gegenständen begann Beatrice Buss vor acht Jahren. Stets hat sie sich weitergebildet und ihre Technik verfeinert. Heute führt sie Renovierungen von Einrichtungsobjekten aus oder gestaltet Wände und Türen neu – sei es bei Privatpersonen oder für Geschäfte.

Der Coiffeursalon Delia's Hairstyle an der Aarauer Metzgergasse zum Beispiel hat Möbel und Wände, die von Beatrice Buss ein einem etwas rostigen, industriellen Stil verarbeitet wurden. Aktuell führt sie auch eine Wandausstellung bei Wohnraumkonzepte Ernst in Holziken.

Beatrice Buss gibt sich dabei sehr umweltbewusst. Nicht nur seien die Farben und Materialien, die sie verwendet, nachhaltig, sondern der Gedanke hinter dem Upcyclen sei ja, Dinge wiederzuverwerten und sogar noch besser zu machen. Möbel aus Brockenhäusern oder Hausräumungen verleiht sie immer wieder neues Leben.

Daniel Vizentini

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Farben und Material zum selber upcyclen oder fertig gestaltete Möbel und Gegenstände werden im Creative Lifestyle angeboten.

Daniel Vizentini

Sie lässt die Dinge dabei frei entstehen. «Alle Arbeiten sind Unikate», sagt sie. Am Freitag etwa brachte sie zwei hölzerne Weinkästen in ihr Geschäft. Nach dem Gespräch mit dieser Zeitung am Morgen begann sie, an ihnen zu arbeiten. «Mal schauen, was mir einfällt.» Wenige Stunden danach war die Kiste verwandelt – bestes Beispiel für simples Upcycling.

Die Weinkisten vor der Verarbeitung.

Die Weinkisten vor der Verarbeitung.

Daniel Vizentini
Die Kisten danach.

Die Kisten danach.

Beatrice Buss/zur Verfügung gestellt

Vorher-Nachher: ein Upcycling-Beispiel von Beatrice Buss.

Daniel VizentiniBeatrice Buss/zur Verfügung gestellt

In ihrem Lokal werden auch nachhaltige Farben der Marke Annie Sloan angeboten – «eine Marke, die nicht jeder verkaufen darf», wie sie sagt –, dazu weitere Dekorations- und Verarbeitungsmaterialien, die man nicht überall erhält.

Nebst Kundschaft aus der Region zieht die Arbeit von Beatrice Buss landesweit Liebhaber der Szenen Vintage, Steampunk, teils auch vom sogenannten «Shabby Chic» an, auch wenn sie klarstellt: Schäbig sei dort nichts. Upcyclen ist eine Kunst, die nicht zuletzt auch Wert generiert.

Mehr Informationen unter https://www.creative-upcycling.com/

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