Katzen-Kontroverse

Unzuverlässige Katzenhalter oder kastrationsgeile Katzenhasser?

Katzen gehen im Freien immer auf Jagd nach Beute. Foto: Walter Schwager

Katzen gehen im Freien immer auf Jagd nach Beute. Foto: Walter Schwager

Leiden wir unter einer Katzenplage, fragt das Naturama. Die Wogen gehen hoch bei den az-Lesern - die einen wollen Kastrationspflicht, die anderen finden, dabei handle es sich um ein Luxusproblem. Klar ist: Nicht nur im Aargau ist das Thema aktuell.

«Wie viele Katzen verträgt die Aargauer Natur?» fragen die Verantwortlichen des Naturamas Aarau rethorisch. Umweltschützer haben festgestellt, dass Katzen neben Mäusen auch jedes Jahr 1,8 Millionen Vögel, 600'000 Reptilien, 3 Millionen Schmetterlinge fressen würden.

Heute Abend diskutieren dazu Fachpersonen im Naturama diese Frage am Roundtable-Gespräch Naturschutz aus.

Nicht nur die Fachpersonen diskutieren. Das machen auch die az-Leser - teils heftig, emotional, teils selbstironisch. So schlägt Fabienne Märli etwa vor, die Gemeindearbeiter sollten jeweils den Katzen hinterherspringen und die Katzenkistchen leeren sowie die heimgesuchten Gärten säubern - sofern eine Katzensteuer eingeführt werde.

Etliche Leute sind der Meinung, der Mensch schade der Umwelt weit mehr als die geschätzten 1,5 Millionen Katzen der Schweiz - und überhaupt, wenn schon gebe es zu viele Menschen.

Einige finden, es sei höchste Zeit für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht.

Dieses Ziel scheint gar nicht mal in weiter Ferne. In den USA zahlen Einwohner des Staates Washington für ihre Katzen. Kastrierte Kater sind erheblich billiger als nichtkastrierte. In Deutschland überlegen sich Politiker der Stadt Porta Westfalica eine Steuer von 20 Euro für jede Katze, die nicht kastriert ist. Exponenten der Tierrechtsgruppe Peta sind überzeugt, dass sich die Deutschen die Anschaffung einer Katze bei einer Gebühr zweimal überlegen würden.

Auf alle Fälle ist die Katzensteuer-Idee steinalt: Dresden führte sie bereits 1916 ein. (cbk)

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