Aarau
Unverhofftes Weihnachtsgeschenk: 3,3 Millionen für die Stadt

Der Stadtrat verabschiedet fast an jeder Sitzung Kreditabrechnungen. An der letzten waren es fünf Abrechnungen mit insgesamt sagenhaften 3,3 Millionen Franken Kreditunterschreitung.

Sabine Kuster
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Spatenstich im Baugebiet Aarenau - die Erschliessung dieses Gebietes war um fast 1,6 Millionen Franken günstiger als geplant.

Spatenstich im Baugebiet Aarenau - die Erschliessung dieses Gebietes war um fast 1,6 Millionen Franken günstiger als geplant.

Es ist die letzte Botschaft des Stadtrates dieses Jahr – und sie ist äusserst positiv: Der Stadtrat hat an seiner letzten Sitzung im alten Jahr fünf Kreditabrechnungen verabschiedet, die alle eine Kreditunterschreitung aufweisen. Und zwar handelt es sich dabei nicht bloss um einige Franken, die zu viel budgetiert waren: Insgesamt resultiert ein Plus von 3,3 Millionen Franken. Wie kam das?

Zwei Abrechnungen betreffen die Erschliessung des Gebietes Aarenau im Scheibenschachen, wo inzwischen auf zwei von fünf Baufeldern rund hundert Wohnungen entstehen. Für die Verlegung der Kanalisation waren 530000 Franken veranschlagt gewesen, nur knapp 270000 Franken wurden gebraucht. Dies, weil anstelle einer separaten Entwässerungsleitung vier Baufelder direkt an einen bestehenden Sammelkanal angeschlossen werden konnten. Ausserdem war das Aushubmaterial «bester Kies», wie der Stadtrat meldet. Der Kies konnte direkt auf der Baustelle aufbereitet und für das Auffüllen der Gräben eingesetzt werden. Die Material-, Transport und Deponiekosten entfielen damit zum grössten Teil.

Der gute Kies vergünstigte auch den Strassenbau um fast die Hälfte (1,7 Millionen statt 3 Millionen Franken). Zudem hätten die Arbeiten kostengünstig vergeben werden können, schreibt der Stadtrat.

Die günstige Arbeitsvergabe war hauptsächlich der Grund für die Kreditunterschreitung bei der dritten und vierten Abrechnung: Die Sanierung der Aurorastrasse in der Telli und der Neubau der dortigen Kanalisation für zusammengerechnet rund 927000 Franken statt 1,2 Millionen Franken. Zudem kam es zu keinen unvorhergesehenen Ausgaben. Da die Belangs- und Werkleitungserneuerung parallel stattfinden konnte, sparte man ebenfalls Geld.

Beim letzten Projekt können bis zum jetzigen Zeitpunkt 1,46 Millionen Franken zur Seite gelegt werden. Wohl aber nicht vollständig: Es handelt sich um die Lärmschutzmassnahmen des Kantons, an welchem sich die Stadt beteiligen muss. Obwohl der Einwohnerrat den Kredit von 3 Millionen Franken schon 1996 bewilligt hat, sind die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Der Kanton hat erst die Hälfte des Betrages aufgebraucht. Doch die Arbeiten ziehen sich noch bis 2018 hin. Der jährlichen Kredit in den jeweiligen Investitionsbudgets wird deshalb eingestellt. Abgerechnet wird erst am Schluss.

Doch was heisst das nun genau für die Stadt? Ändern sich bloss ein paar Zahlen in der Abrechnung? «Nein», sagt Vize-Stadtschreiber Stefan Berner, «dieses Geld haben wir wirklich nicht ausgegeben. Es bedeutet dass dich der Vermögensabbau der Stadt verlangsamt.» 3,3 Millionen ist nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für die Stadt ein ansehnlicher Betrag: Bei einem Investitionsbudget von rund 25 Millionen macht das eine Einsparung von 10 Prozent aus. «Das ist relevant», sagt Berner.