Aarau
Unternehmer, die noch die Schulbank drücken

Eine siebenköpfige Schülergruppe aus Aarau darf sich als Unternehmer versuchen – und für einmal der eigene Chef sein.

Manuel Bühlmann
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Die Aarauer Jung-Unternehmer

Die Aarauer Jung-Unternehmer

AZ

Wer kennt es nicht: Der Durst ist gross, das Getränk steht zwar bereit, hat aber die erfrischende Kühle schon längst verloren. Dieses Problem erkannt haben sieben junge Unternehmerinnen und Unternehmer der Alten Kantonsschule Aarau.

Mit Isopren wollen sie dafür sorgen, dass der Eistee im Sommer kalt, der Kräutertee im Winter warm bleibt. Der Name Isopren setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern Isolation und Neopren. Aus Letzterem besteht die Hülle, in welcher Flaschen aller Art verstaut werden können, um deren Inhalt in der gewünschten Temperatur zu halten.

«Einige Mitglieder aus unserem Team waren für einen Schüleraustausch in den USA, wo es ähnliche Produkte für Dosen gibt», erklärt CEO Gil Wittwer die Herkunft ihrer Idee. Die Hülle soll die selbe Wirkung wie eine Thermosflasche haben, ohne allerdings gleich klobig zu sein.

Live auf Sendung im Radio

Das Unternehmen der Aarauer Kantonsschüler ist im Rahmen der Young Enterprise Switzerland (YES) gegründet worden. An Workshops lernten sie, ein Unternehmen zu gründen und zu führen. Über diese Unterstützung seien sie sehr froh gewesen, sagt Gil Wittwer.

«Dort haben wir das nötige Know-how erhalten. Welcher 18-Jährige weiss schon, wie ein Businessplan erstellt werden kann?» Erste Erfahrungen im Umgang mit Medien konnten sie dank dem Projekt ebenfalls bereits sammeln. «Bei Radio Argovia durften wir unser Projekt live auf Sendung vorstellen», erzählt Wittwer nicht ohne Stolz.

Auch sonst hätten sie in verschiedenen Bereichen viel dazu gelernt. Sei dies beim Gestalten des Logos oder beim Auftreiben von Startkapital durch den Verkauf von Partizipationsscheinen. Die sieben Jungunternehmer treten denn auch schon erstaunlich abgeklärt auf, was auch mit ihren Businessoutfits zusammenhängen mag.

Ehrgeizige Ziele

Die ersten Exemplare der Isopren-Flaschenhüllen sind bereits verkauft. Allerdings lief der Vertrieb bis jetzt nur über den Web-Shop. «Wir sind noch auf der Suche nach kleinen Läden in der Region, welche Isopren in ihr Sortiment aufnehmen», sagt Wittwer.

Denn die Ziele, welche die sieben Kantischüler verfolgen, sind ehrgeizig. Das Unternehmen soll nach Ende der Betreuung durch YES und die Lehrperson der Kantonsschule nach einem Jahr weiter bestehen. Dann jedoch als privat geführte Firma, die schwarze Zahlen schreibt.

Ein Schritt in diese Richtung dürfte Isopren bereits in den nächsten Wochen machen. Dann nämlich dürfen die sieben Unternehmer ihr Produkt an der Aarauer Gewerbemesse AMA und der Muba in Basel vorstellen. Ein erster Erfolg konnte bereits verzeichnet werden: Isopren hat es unter die besten 50 YES-Unternehmen geschafft und erhält damit die Chance, sich für die nationale Ausscheidung mit den besten 25 Projekten zu qualifizieren.

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