Unteres Seetal
Leiter des Alters- und Pflegeheims kündigt nach zwei Jahren überraschend

Emanuel Duso (57) trat die Stelle im Heim in Seon im August 2019 an. Nach einer turbulenten Zeit mit Umstrukturierungen, geprägt auch von der Covid-Pandemie, nimmt er nun den Hut. Zuvor leitete 25 Jahre lang die Stiftung Schloss Biberstein.

Daniel Vizentini
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Das Alters- und Pflegeheim Unteres Seetal in Seon.

Das Alters- und Pflegeheim Unteres Seetal in Seon.

Anja Suter

Das Alters- und Pflegeheim Unteres Seetal in Seon machte in den letzten Jahren mit Umbauten und Umstrukturierungen einige Veränderungen durch. Und es wird auch jetzt nicht langweilig: Heimleiter Emanuel Duso (57) hat vor wenigen Tagen seine Stelle gekündigt. «Aus privaten und gesundheitlichen Gründen», wie Franz Schaffhauser, Präsident vom Trägerverein, bestätigt.

Emanuel Duso wollte auf Anfrage keine zusätzliche Auskunft geben. Er hatte die Leitung des Heims am 5. August 2019 von Beatrice Trüssel übernommen, die nach 14 Jahren frühzeitig in Pension ging. Unter 60 Bewerbungen entschied sich der Vereinsvorstand damals einstimmig für ihn, wie im Jahresbericht 2019 zu lesen ist. Emanuel Duso hatte zuvor unter anderem 25 Jahre lang für die Stiftung Schloss Biberstein gearbeitet, zuletzt als deren Gesamtleiter.

Vereinspräsident Franz Schaffhauser.

Vereinspräsident Franz Schaffhauser.

AZ-Archiv

«Unser grosses Glück ist, dass wir einen menschlichen Freund gefunden haben, der sehr gut zu unserem Haus passt», schrieb Franz Schaffhauser im Bericht und fügte hinzu: «Veränderungen wird es auch jetzt geben, aber dosiert und Altbewährtes wird nicht gerade sofort ersetzt.»

Auch die stellvertretende Heimleiterin Yvonne Rohr schrieb nur Positives: «Ein Führungswechsel kann die Belegschaft vor neue Herausforderungen stellen. Rückblickend haben wir mit Emanuel Duso das grosse Los gezogen und sind dankbar, einen so kompetenten und menschlichen Heimleiter gewonnen zu haben.»

«Ein Kalenderjahr mit vielen Herausforderungen»

Der bisherige Heimleiter Emanuel Duso.

Der bisherige Heimleiter Emanuel Duso.

Rahel Meier (6.8.2013)

Gleich nach Stellenantritt wurden die neuen Räume im Heim bezogen und Ende 2019 begann die Leitung, die Organisation des Betriebs zu prüfen. «Erfreut stellten wir fest, dass uns ein grosses Potenzial an versteckten Ressourcen zur Verfügung steht», schrieb Emanuel Duso damals. Ein Jahr später, im Jahresbericht 2020, berichtete er von einem «Kalenderjahr mit vielen Herausforderungen», das «im Zeichen der Umstrukturierung» stand.

Bis August 2020 gab zum Beispiel es sieben voneinander unabhängig organisierte Wohnbereiche, heute sind es drei. Auch die Verpflegung wurde effizienter gestaltet, mit neu vier statt sieben Verpflegungsstationen.

Im Informationsblatt «Mosaik» des Heims erläuterte Emanuel Duso die Umstrukturierungen wie folgt: «Für den ‹Neuanfang› per 1. September 2020 erhofften wir uns einfachere Abläufe, klarere Strukturen und unkompliziertere Dienstplanungen.»

«Leiden mussten wir unter anderem das Experiment ‹Auflösung der geteilten Dienste› als gescheitert bezeichnen, da die Mitarbeitenden mehr Nach- als Vorteile daraus ziehen konnten.»

Ende 2020 mussten Zivis eingesetzt werden

Offenbar kam es dann auch zu «einigen Kündigungen», wie Emanuel Duso schrieb. Mehrere Stellen in der Pflege mussten «mit temporären Mitarbeitenden überbrückt werden» – auch wegen Covid: Bei der zweiten Welle im Spätherbst 2020 waren mehrere Mitarbeitende erkrankt, vor Neujahr mussten Zivildienstleistende in die Bresche springen. «Ab Januar 2021 erfreuten wir uns dann an den zahlreichen und gemeinsam umgesetzten Verbesserungen. Vieles konnte zum Vorteil der Beteiligten innovativ und nachhaltig verändert werden.»

Ende 2020 arbeiteten 121 Personen im Alters- und Pflegeheim Unteres Seetal in Seon (2019 waren es 125) plus zahlreiche Lernende. Das Heim wird getragen von einem Verein mit Vertretungen der Gemeinden Boniswil, Dürrenäsch, Egliswil, Hallwil, Seengen und Seon. Aus Seon stammen auch fast die Hälfte der Bewohnenden. Die durchschnittliche Zimmerbelegung lag Ende 2020 bei im Regionalvergleich relativ hohen 96 Prozent (2019: 97,7 Prozent).

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