Unterentfelden
Schule, Finanzen, Fusion: Die Gemeinde stellt die Weichen für die Zukunft

Am Podium in der Bächlihalle feierte Unterentfelden die gelebte Demokratie: Alle sieben Kandidierenden boten am Wochenende gute Diskussionen ohne Grabenkämpfe. Sorgen bereiten weiterhin die Finanzen, wie auch die Gestaltung der Hauptstrasse, das Abwandern des Kleingewerbes oder die defizitäre Badi.

Daniel Vizentini
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Drei der sieben Kandidierenden: Vizeammann Alfred Stiner und KSA-Oberärztin Lucia Engeli (beide SP), am Mikrofon Lehrerin Marion Fischer (Grünliberale). Ganz rechts steht Moderator Markus Schenk.

Drei der sieben Kandidierenden: Vizeammann Alfred Stiner und KSA-Oberärztin Lucia Engeli (beide SP), am Mikrofon Lehrerin Marion Fischer (Grünliberale). Ganz rechts steht Moderator Markus Schenk.

Daniel Vizentini

Den Gemeinderat würde er von fünf auf sieben Sitze vergrössern, damit alle Kandidierenden gewählt werden könnten: Mit dieser Bemerkung zum Schluss unterstrich Moderator Markus Schenk, wie Unterentfelden derzeit politisch gut aufgestellt ist. Anders als etwa in Suhr oder Oberentfelden brachte es das Dorf zustande, ein Podium mit Kandidierenden aller Parteien zu organisieren.

Dieses Politisieren ohne Grabenkämpfe hat die Gemeinde auch nötig: Mit dem Nicht-Wiederandtreten von Ammann Heinz Lüscher (SP) nach 34 Jahren im Gemeinderat beginnt fürs Dorf politisch eine neue Ära, in der einige Weichen gestellt werden müssen: Zum einen wird an der Zukunftskonferenz Ende dieser Woche ermittelt, ob eine Fusion mit Aarau angepeilt werden soll. Zum anderen muss sich die Gemeinde überlegen, wie sie mit ihren knappen Finanzen die anstehenden Grossprojekte wie die Schulhäuserbauten stemmen will. Auch eine Neugestaltung der Hauptstrasse steht zur Debatte.

Wahlpodium in der Bächlihalle mit (von links): Vizeammann Alfred Stiner (SP), Lucia Engeli (SP), Marion Fischer (GLP), Moderator Markus Schenk, Gemeinderätin Lilian Däster (FDP), Guido Scherer (FDP), Hansjörg Herzig (SVP). Auf dem Bild fehlt weiter rechts Gemeinderat Martin Löffel (SVP).

Wahlpodium in der Bächlihalle mit (von links): Vizeammann Alfred Stiner (SP), Lucia Engeli (SP), Marion Fischer (GLP), Moderator Markus Schenk, Gemeinderätin Lilian Däster (FDP), Guido Scherer (FDP), Hansjörg Herzig (SVP). Auf dem Bild fehlt weiter rechts Gemeinderat Martin Löffel (SVP).

Daniel Vizentini

Alle sieben Kandidierenden sprachen sich für den 23-Millionen-Franken-Kredit für die Doppelaufstockung des Oberstufenschulhauses aus. KSA-Oberärztin und SP-Kandidatin Lucia Engeli hob etwa hervor, dass der Preis, hinuntergebrochen auf die Anzahl Schulkinder, nicht zu hoch ist. Trotzdem macht sich Unterentfelden Sorgen um den Steuerfuss von heute 113 Prozent: Im Januar schrieb die Gemeinde in den Unterlagen zur Abstimmung über das Budget von einer künftigen Erhöhung um 5 bis 10 Prozentpunkte. In der Finanzplanung der Gemeinde ist ab 2022 ein Steuerfuss von 120 Prozent eingetragen.

FDP-Kandidat Guido Scherer zog einen Vergleich mit Schöftland, das ähnlich viele Einwohner hat: Dort liegt der Steuerfuss bei 97 Prozent und die Gemeinde habe Vermögen, während Unterentfelden aktuell 16 Millionen Franken Schulden hat. «Schöftland hat ein Kieswerk, damit kann man sehr viel Geld verdienen», erinnerte ihn aber SVP-Kandidat Hansjörg Herzig.

Alfred Stiner (SP) Vizeammann und einziger Kandidat für den Posten als Ammann, sprach dann aus seiner Erfahrung als Sektionsleiter Quellensteuer beim Kanton: Finanziell sei Unterentfelden «nicht auf der Intensivstation, sondern in der Reha-Klinik». Die letzten beiden Jahre schloss die Gemeinde mit grossem Plus ab.

Alle sieben Kandidierenden am Gemeinderat-Wahlpodium in der Bächlihalle (von links): Alfred Stiner (SP), Lucia Engeli (SP), Marion Fischer (GLP), Moderator Markus Schenk, Lilian Däster (FDP), Guido Scherer (FDP), Hansjörg Herzig (SVP) und Martin Löffel (SVP).

Alle sieben Kandidierenden am Gemeinderat-Wahlpodium in der Bächlihalle (von links): Alfred Stiner (SP), Lucia Engeli (SP), Marion Fischer (GLP), Moderator Markus Schenk, Lilian Däster (FDP), Guido Scherer (FDP), Hansjörg Herzig (SVP) und Martin Löffel (SVP).

Daniel Vizentini

Ein Finanz-Sorgenkind bleibt das Hallenbad, wobei mit SVP-Kandidat Martin Löffel (kandidiert auch als Vizeammann) wie SP-Kandidatin Lucia Engeli Vertreter beider politischen Pole sagten: Kein Bad schreibe schwarze Zahlen und es sei eines der wenigen Einrichtungen, die Unterentfelden noch zu bieten habe.

Da nebst Heinz Lüscher auch Gemeinderätin Yasmin Dätwyler (SVP) abtritt, werden mindestens die Ressorts Bau und Raumplanung sowie Bildung und Zivilschutz frei. Ersteres würde Hansjörg Herzig gerne übernehmen, Letzteres Lehrerin und Autorin Marion Fischer (GLP), die auch als Vizeammann kandidiert.

«Es liegt mir sehr am Herzen, dass wir eine transparente Legislaturplanung machen», sagte die grünliberale Kandidatin Marion Fischer (am Mikrofon). Sie hofft auf die Wahl als Gemeinderätin und Vizeammann.

«Es liegt mir sehr am Herzen, dass wir eine transparente Legislaturplanung machen», sagte die grünliberale Kandidatin Marion Fischer (am Mikrofon). Sie hofft auf die Wahl als Gemeinderätin und Vizeammann.

Daniel Vizentini

Guido Scherer interessiert sich für das Finanzressort, das aktuell bei Martin Löffel liegt. Ärztin Lucia Engeli gab sich offen. Das Ressort Gesundheit und Senioren ist heute bei Gemeinderätin Lilian Däster (FDP), die nach jahrelangem Einsatz für die ältere Bevölkerung gerne für eine letzte Amtsperiode gewählt werden will.

Gemeinderätin Lilian Däster (FDP) will gerne noch ein letztes Mal wiedergewählt werden.

Gemeinderätin Lilian Däster (FDP) will gerne noch ein letztes Mal wiedergewählt werden.

Daniel Vizentini

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